Übelkeit
Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Nur zu Bildungszwecken. Quellenansatz: standardisierte Symptomeinordnung, öffentliche Gesundheitsquellen und allgemeine medizinische Referenzen.
Häufige Ursachen von Übelkeit
Lebensmittelvergiftung
Eine Lebensmittelvergiftung entsteht, wenn mit Bakterien, Viren, Parasiten oder deren Toxinen verunreinigte Speisen oder Getränke aufgenommen werden. Typisch sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe. Die Beschwerden beginnen meist innerhalb von Stunden bis Tagen nach dem Verzehr und klingen oft innerhalb von ein bis drei Tagen ab.
Gastroenteritis (Magen-Darm-Infekt)
Virale Gastroenteritis, umgangssprachlich Magen-Darm-Grippe, ist eine Darminfektion durch Viren wie Noro- oder Rotaviren und führt zu Übelkeit, Erbrechen, wässrigem Durchfall und manchmal Fieber. Sie ist hoch ansteckend. Die größte Gefahr ist der Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen und Durchfall, besonders bei kleinen Kindern und älteren Menschen.
Schwangerschaft (Morgenübelkeit)
Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft betreffen bis zu 80 Prozent aller Schwangeren, beginnen häufig um die sechste Woche und bessern sich oft gegen Ende des ersten Trimesters. Trotz des Namens kann die Übelkeit zu jeder Tageszeit auftreten. In schweren Fällen, der Hyperemesis gravidarum, kann anhaltendes Erbrechen zu Gewichtsverlust und Dehydrierung führen und eine medizinische Behandlung erforderlich machen.
Reisekrankheit
Reisekrankheit entsteht, wenn das Gehirn widersprüchliche Bewegungsinformationen von Augen, Innenohr und Körper erhält. Diese Reizdiskrepanz löst Übelkeit aus. Häufig tritt sie bei Autofahrten, Bootsfahrten, Flügen oder Fahrgeschäften auf. Ein Blick auf den Horizont, ein Sitzplatz vorne und Medikamente wie Dimenhydrinat oder Meclozin können helfen.
Medikamente
Übelkeit ist eine häufige Nebenwirkung vieler Medikamente, darunter Antibiotika, NSAR, Opioide, Chemotherapeutika und manche Antidepressiva. Die Ursachen reichen von direkter Reizung der Magenschleimhaut bis zu Wirkungen auf das Brechzentrum oder einer veränderten Magen-Darm-Bewegung. Die Einnahme mit Nahrung, eine andere Darreichungsform oder eine Dosisanpassung können unter ärztlicher Anleitung helfen.
Migräne
Übelkeit und Erbrechen sind häufige Begleiterscheinungen von Migräne und treten bei vielen Betroffenen auf. Sie werden vermutlich durch dieselben neurologischen Prozesse ausgelöst wie der Kopfschmerz selbst und können manchmal stärker beeinträchtigen als der Schmerz. Daher werden oft zusätzlich Medikamente gegen Übelkeit verordnet.
Angst und Stress
Über die Darm-Hirn-Achse kann seelische Belastung die Verdauung direkt beeinflussen. Übelkeit ist daher eine häufige körperliche Manifestation von Angst und Stress. Wenn der Körper in den Kampf-oder-Flucht-Modus geht, verlangsamt sich die Verdauung und Stresshormone können den Magen reizen. Eine Behandlung der zugrunde liegenden Angst lindert oft auch die Übelkeit.
Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten
Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftritt:
- Übelkeit und Erbrechen, die bei Erwachsenen länger als 48 Stunden anhalten
- Anzeichen einer Dehydrierung wie dunkler Urin, Schwindel, trockener Mund und verminderte Urinausscheidung
- Erbrechen von Blut oder von Material, das wie Kaffeesatz aussieht
- Starke Bauchschmerzen zusammen mit Übelkeit
- Übelkeit nach einer Kopfverletzung
- Übelkeit zusammen mit hohem Fieber, Nackensteife oder Verwirrtheit
- Unfähigkeit, länger als 12 Stunden Flüssigkeit bei sich zu behalten
- Übelkeit zusammen mit Brustschmerzen, Atemnot oder Schweißausbruch
Hausmittel & Selbsthilfe
Ingwer
Ingwer wird seit Jahrhunderten als natürliches Mittel gegen Übelkeit verwendet und ist auch wissenschaftlich gut belegt, etwa bei Schwangerschaftsübelkeit, Reisekrankheit und Übelkeit nach Operationen. Er kann als Tee, Kaugummi, Bonbon oder in Kapselform eingenommen werden. Häufig wirksam sind ein bis zwei Gramm täglich in mehreren kleinen Dosen.
Kleine, milde Mahlzeiten
Bei Übelkeit können kleine Mengen gut verdaulicher, milder Lebensmittel helfen, den Magen zu beruhigen, ohne ihn zu überfordern. Die BRAT-Kost – Banane, Reis, Apfelmus und Toast – gilt als besonders schonend. Fettige, scharfe oder stark gewürzte Speisen sollten gemieden werden, bis sich die Beschwerden bessern.
Klare Flüssigkeiten in kleinen Schlucken
Gerade bei Übelkeit und Erbrechen ist es wichtig, regelmäßig kleine Mengen klarer Flüssigkeiten zu trinken. Wasser, klare Brühen, verdünnte Säfte und orale Rehydratationslösungen helfen, Flüssigkeit und Elektrolyte zu ersetzen. Trinken Sie lieber kleine Schlucke alle paar Minuten statt große Mengen auf einmal.
Pfefferminz-Aromatherapie
Das Einatmen von Pfefferminzöl oder das Trinken von Pfefferminztee kann Übelkeit in manchen Situationen lindern, etwa nach Operationen oder in der Schwangerschaft. Menthol wirkt beruhigend auf die Magenmuskulatur. Ein Tropfen Pfefferminzöl auf ein Taschentuch oder eine Tasse heißer Pfefferminztee kann hilfreich sein.
Akupressur (P6-Punkt)
Druck auf den P6- oder Neiguan-Punkt an der Innenseite des Handgelenks kann bei manchen Menschen Übelkeit lindern. Der Punkt liegt etwa zwei Fingerbreit unterhalb der Handgelenksfalte zwischen zwei Sehnen. Sie können dort zwei bis drei Minuten mit dem Daumen drücken oder Akupressurbänder verwenden.
Häufig gestellte Fragen
Verwandte Symptom-Kombinationen
Viele Menschen suchen nach übelkeit zusammen mit anderen Symptomen. Diese Ratgeber können beim nächsten Schritt helfen.
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