Reizdarmsyndrom (IBS)
Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Nur zu Bildungszwecken. Quellenansatz: allgemeine klinische Referenzen, öffentliche Gesundheitsquellen und gängige Erklärungsmodelle für Symptome und Erkrankungen.
Symptome
- Wiederkehrende Bauchschmerzen oder Krämpfe, oft gebessert nach dem Stuhlgang
- Blähungen und sichtbare Bauchaufblähung
- Durchfall, Verstopfung oder wechselnde Episoden von beidem
- Vermehrte Gasbildung
- Schleim im Stuhl
- Stuhldrang
- Gefühl der unvollständigen Entleerung nach dem Stuhlgang
- Verschlechterung der Symptome nach bestimmten Lebensmitteln
Ursachen
- Störung der Darm-Hirn-Achse und erhöhte viszerale Empfindlichkeit
- Veränderte Darmbeweglichkeit
- Veränderungen des Darmmikrobioms (Dysbiose)
- Postinfektiöser Reizdarm nach einem Magen-Darm-Infekt
- Leichte Schleimhautentzündung und erhöhte Darmdurchlässigkeit
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten, besonders gegenüber FODMAPs
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Alter unter 50 Jahren
- Vorgeschichte mit Angst, Depression oder anderen psychischen Erkrankungen
- Körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen
- Frühere Magen-Darm-Infektionen
- Reizdarm in der Familie
Behandlungsoptionen
Low-FODMAP-Diät
Bei der Low-FODMAP-Diät werden bestimmte kurzkettige, schlecht resorbierbare Kohlenhydrate vorübergehend reduziert. Viele Reizdarmpatienten berichten darunter über weniger Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlprobleme. Idealerweise erfolgt die Umsetzung in Begleitung einer Ernährungsfachkraft.
Krampflösende Medikamente
Medikamente wie Butylscopolamin, Dicyclomin oder magensaftresistente Pfefferminzölkapseln können Darmkrämpfe und Bauchschmerzen verringern, indem sie die glatte Muskulatur entspannen.
Darmgerichtete Psychotherapie
Darmgerichtete Hypnotherapie und speziell angepasste kognitive Verhaltenstherapie haben bei Reizdarm eine gute wissenschaftliche Basis. Sie setzen an der Darm-Hirn-Achse an und können Stressreaktionen und Schmerzverarbeitung günstig beeinflussen.
Ballaststoffergänzung
Lösliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen können sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall helfen, indem sie die Stuhlkonsistenz regulieren. Sie sollten langsam gesteigert werden, um anfängliche Blähungen zu begrenzen.
Verschreibungspflichtige Medikamente
Je nach Unterform kommen unterschiedliche Medikamente infrage, zum Beispiel Lubiproston oder Linaclotid bei Verstopfungstyp und Eluxadolin oder Rifaximin bei Durchfalltyp. Niedrig dosierte trizyklische Antidepressiva können zusätzlich schmerzmodulierend wirken.
Probiotika
Bestimmte Probiotika können Blähungen und Bauchschmerzen bei manchen Menschen lindern, indem sie das Gleichgewicht des Darmmikrobioms unterstützen. Die Wirkung ist individuell unterschiedlich und zeigt sich oft erst nach einigen Wochen.
Häufig gestellte Fragen
Relevante Tests & Biomarker
Diese Laborwerte können bei der Einordnung von reizdarmsyndrom (ibs) oder verwandten Symptomen hilfreich sein.
Verstehen Sie Natrium-Bluttestergebnisse. Erfahren Sie mehr über Normbereiche, Hypernatriämie, Hyponatriämie, Ursachen, Symptome und wann getestet werden sollte.
Verstehen Sie Kalium-Bluttestergebnisse. Erfahren Sie mehr über Normbereiche, Hyperkaliämie, Hypokaliämie, Ursachen, Symptome und kardiale Risiken.
Verstehen Sie ALT-Bluttestergebnisse. Erfahren Sie mehr über Normbereiche, was ein erhöhtes ALT für die Lebergesundheit bedeutet, welche Ursachen und Symptome es gibt und wann getestet werden sollte.
Erfahren Sie mehr über AST-Bluttestergebnisse. Verstehen Sie Normbereiche, Ursachen erhöhter AST-Werte, das AST/ALT-Verhältnis und was es für Leber- und Herzgesundheit bedeutet.
Verstehen Sie Ihre Albumin-Bluttestergebnisse. Erfahren Sie mehr über Normbereiche, was niedriges Albumin bedeutet, seine Rolle für die Leberfunktion und wann ein Test sinnvoll ist.
Erfahren Sie mehr über Serumeisenwerte, Normbereiche, Ursachen und Symptome von Eisenmangel und Eisenüberladung sowie wann ein Test sinnvoll ist. Ein umfassender Leitfaden zu Ihrem Eisen-Bluttest.
Quellen- und Prüfungsansatz
Krankheitsseiten sind erklärende Bildungsinhalte und können auf klinischen Standardkontexten, öffentlichen Gesundheitsquellen und allgemeinen medizinischen Referenzen beruhen. Mehr zu unseren Standards für Aktualisierungen, Kennzeichnung und Prüfung finden Sie in unserer Redaktionsrichtlinie und Prüfprozess für Inhalte.
Sie vermuten reizdarmsyndrom (ibs)?
Unsere KI-Tools helfen Ihnen dabei, Symptome einzuordnen und Laborwerte besser zu verstehen.
Medizinischer Hinweis
Diese Inhalte dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden immer an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Wenn Sie einen medizinischen Notfall haben, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an.