AST

Aspartat-Aminotransferase

Leberfunktion

Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.

Was ist Aspartat-Aminotransferase?

Aspartat-Aminotransferase (AST) ist ein Enzym, das die Übertragung einer Aminogruppe zwischen Aspartat und Alpha-Ketoglutarat katalysiert, wobei Oxalacetat und Glutamat entstehen. Anders als ALT kommt AST in bedeutenden Konzentrationen in mehreren Organen vor – in Leber, Herz, Skelettmuskulatur, Nieren, Gehirn und roten Blutkörperchen. Diese breite Verteilung macht AST weniger spezifisch für Lebererkrankungen als ALT, dennoch bleibt es ein wertvoller Bestandteil der Leberdiagnostik, besonders in Kombination mit ALT.

AST ist Teil standardmäßiger Leberfunktionspanels und großer Stoffwechselpanels. Bei Schädigung von Leberzellen wird AST zusammen mit ALT in den Blutkreislauf freigesetzt. AST kann jedoch auch bei Herzmuskelschäden (Herzinfarkt), Skelettmuskelverletzungen, Hämolyse und anderen nicht-hepatischen Zuständen ansteigen. Das Verhältnis von AST zu ALT (De-Ritis-Quotient) liefert wichtige diagnostische Informationen: Ein Verhältnis über 2:1 ist stark verdächtig auf alkoholbedingte Lebererkrankung, während ein Verhältnis unter 1 eher für nicht-alkoholische Fettleber oder Virushepatitis spricht. AST liegt in zwei Isoformen vor – mitochondrial und zytoplasmatisch – und schwere Leberschäden mit Mitochondrienschädigung erhöhen bevorzugt den mitochondrialen Anteil.

Warum der Wert wichtig ist

AST hilft in Kombination mit ALT bei der Erkennung und Einordnung von Lebererkrankungen. Das AST/ALT-Verhältnis ist eines der nützlichsten Werkzeuge in der Leberdiagnostik, um alkoholbedingte von nicht-alkoholischen Lebererkrankungen zu unterscheiden und den Schweregrad einer Schädigung einzuschätzen. AST ist auch außerhalb der Leber relevant – es kann auf Herzmuskelschäden, Skelettmuskelverletzungen oder hämolytische Zustände hinweisen. Seine breitere Gewebeverteilung macht AST zu einem vielseitigen, aber weniger spezifischen Marker, der sorgfältig im klinischen Kontext interpretiert werden muss.

Normale Referenzbereiche

GruppeBereichEinheit
Erwachsene Männer10–40U/L
Erwachsene Frauen9–32U/L
Kinder15–55U/L

Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.

Was hohe AST-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Lebererkrankung (Hepatitis, Zirrhose, Fettleber)
  • Alkoholbedingte Leberschädigung
  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
  • Muskelverletzung oder Rhabdomyolyse
  • Medikamente (Statine, Paracetamol)
  • Hämolytische Anämie
  • Intensives Training
  • Zöliakie

Mögliche Symptome

  • Die Symptome hängen von der Ursache des Anstiegs ab
  • Leber: Müdigkeit, Gelbsucht, Bauchschmerzen, Übelkeit
  • Herz: Brustschmerzen, Kurzatmigkeit
  • Muskulatur: Muskelschmerzen, Schwäche, dunkler Urin

Was zu tun ist: AST sollte im Kontext bewertet werden: Ist auch ALT erhöht, liegt der Fokus auf der Leber. Ist AST bei normalem ALT erhöht, sollten kardiale oder muskuläre Ursachen erwogen werden. Das AST/ALT-Verhältnis sollte berechnet werden – ein Verhältnis über 2 zusammen mit erhöhtem GGT spricht für alkoholbedingte Schädigung. Zur Abklärung können Hepatitisserologien, CK (Kreatinkinase) bei Muskelverletzung, Troponin bei Herzschaden und Leberbildgebung gehören. Die Ursache sollte behandelt und die Werte nach 4–6 Wochen erneut kontrolliert werden.

Was niedrige AST-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Vitamin-B6-Mangel
  • Urämie (chronische Nierenerkrankung)
  • Normale Variation

Mögliche Symptome

  • Niedriges AST selbst verursacht keine Symptome

Was zu tun ist: Niedrige AST-Werte sind in den meisten Fällen klinisch nicht bedeutsam und müssen nur dann weiter abgeklärt werden, wenn gleichzeitig andere Auffälligkeiten vorliegen.

Wann wird ein AST-Test empfohlen?

  • Im Rahmen eines Leberfunktionsscreenings
  • Bei Verdacht auf eine Lebererkrankung
  • Zur Überwachung von Alkoholkonsum oder hepatotoxischen Medikamenten
  • Bei Brustschmerzen (zusammen mit kardialen Markern)
  • Bei Muskelschmerzen oder -schwäche
  • Bei Verlaufskontrolle bekannter Lebererkrankungen

Häufig gestellte Fragen

Der De-Ritis-Quotient ist das AST/ALT-Verhältnis, benannt nach dem italienischen Wissenschaftler, der seine klinische Bedeutung erstmals beschrieben hat. Bei gesunden Menschen liegt das Verhältnis typischerweise bei etwa 0,8. Ein Verhältnis über 2:1 spricht stark für alkoholbedingte Lebererkrankung, weil Alkohol bevorzugt die Mitochondrien der Hepatozyten schädigt, die reich an AST sind. Ein Verhältnis über 1, aber unter 2 kann bei Zirrhose jeglicher Ursache auftreten. Ein Verhältnis unter 1 ist typisch für nicht-alkoholische Fettleber oder Virushepatitis. Diese einfache Berechnung kann die Diagnostik oft schon deutlich lenken.
Ja, AST steigt nach einem Myokardinfarkt an, weil Herzmuskelzellen erhebliche Mengen AST enthalten. Vor der Entwicklung der Troponin-Tests wurde AST tatsächlich als kardialer Biomarker verwendet. AST steigt typischerweise 6–8 Stunden nach einem Herzinfarkt an, erreicht nach 24–48 Stunden seinen Höhepunkt und normalisiert sich innerhalb von 3–7 Tagen. Heute wird AST für die Herzdiagnostik nicht mehr verwendet, weil Troponin deutlich empfindlicher und spezifischer ist. Ist AST bei normalem ALT erhöht und liegt keine Lebererkrankung vor, sollten kardiale und muskuläre Ursachen mitbedacht werden.
Leicht erhöhtes AST (bis zum Doppelten des oberen Normwerts) ist sehr häufig und oft harmlos. Häufige Ursachen sind intensives Training in den vorausgegangenen 48 Stunden, Medikamente – insbesondere Statine –, Fettleber und auch normale Schwankungen. Ein einmalig leicht erhöhter Wert sollte nach Vermeidung von Sport und erneuter Überprüfung der Medikamente kontrolliert werden. Eine anhaltend leichte Erhöhung, bestätigt nach 4–6 Wochen, sollte weiter mit Leberwerten, Hepatitis-Screening und eventuell Bildgebung abgeklärt werden. Wichtig ist zu erkennen, ob ein chronischer Prozess dahintersteckt, der behandelt werden muss.

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Quellen- und Prüfungsansatz

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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche können zwischen Laboren variieren. Besprechen Sie die Interpretation Ihrer konkreten Testergebnisse immer mit Ihrer medizinischen Fachperson.

Hinweis: SymptomGPT ist kein medizinisches Diagnosetool und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich immer an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Wenn Sie einen medizinischen Notfall haben, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an.