Kalium
StoffwechselpanelZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Kalium?
Kalium ist das häufigste intrazelluläre Kation; etwa 98 % des Körperkaliums befinden sich innerhalb der Zellen. Die verbleibenden 2 % im Blut werden streng reguliert und sind entscheidend für die elektrische Erregungsleitung im Herzen, die Nervenreizweiterleitung und die Muskelkontraktion. Der Konzentrationsgradient von Kalium über Zellmembranen hinweg (hoch innen, niedrig außen) wird durch die Natrium-Kalium-ATPase-Pumpe aufrechterhalten und ist wesentlich für das elektrische Potenzial, das Nerven feuern und Muskeln kontrahieren lässt.
Serumkalium gehört zum kleinen und großen Stoffwechselpanel und ist eine der klinisch wichtigsten Elektrolytmessungen. Schon kleine Veränderungen können gefährliche Folgen haben, besonders für das Herz. Die Nieren regulieren den Kaliumhaushalt hauptsächlich und scheiden rund 90 % der täglichen Kaliumzufuhr aus; das Hormon Aldosteron spielt dabei eine Schlüsselrolle. Auch Insulin sowie der Säure-Basen-Status beeinflussen die Verteilung von Kalium zwischen Zellen und Blut.
Warum der Wert wichtig ist
Kalium ist essenziell für einen normalen Herzrhythmus. Sowohl hohes Kalium (Hyperkaliämie) als auch niedriges Kalium (Hypokaliämie) können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand verursachen. Hypokaliämie führt zudem zu Muskelschwäche, Krämpfen und kann eine Digitalistoxizität verschlimmern. Hyperkaliämie kann Muskelparalyse und Störungen der kardialen Erregungsleitung verursachen. Die Überwachung von Kalium ist besonders wichtig bei Menschen unter Diuretika, ACE-Hemmern, ARBs, Kaliumpräparaten oder bei Nierenerkrankungen.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene | 3.5–5.0 | mEq/L |
| Kinder | 3.4–4.7 | mEq/L |
| Neugeborene | 3.7–5.9 | mEq/L |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe K-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Nierenerkrankung (verminderte Kaliumausscheidung)
- Medikamente (ACE-Hemmer, ARBs, kaliumsparende Diuretika, NSAR)
- Morbus Addison (Aldosteronmangel)
- Azidose (Kalium verschiebt sich aus den Zellen)
- Massive Gewebeschädigung (Rhabdomyolyse, Verbrennungen, Tumorlyse)
- Übermäßige Kaliumsupplementierung
- Hämolysierte Blutprobe (falsch hoher Wert)
Mögliche Symptome
- Muskelschwäche oder Lähmung
- Kribbeln und Taubheit
- Übelkeit
- Herzklopfen
- Unregelmäßiger Herzschlag
- Brustschmerzen
- Oft symptomlos bis zu gefährlich hohen Werten
Was zu tun ist: Eine Hyperkaliämie über 5,5 mEq/L erfordert EKG-Überwachung. Leichte Erhöhungen (5,0–5,5) lassen sich oft durch Absetzen auslösender Medikamente und Einschränkung der Kaliumzufuhr behandeln. Mäßige bis schwere Hyperkaliämie (>6,0 mEq/L) oder EKG-Veränderungen erfordern eine dringende Therapie: intravenöses Kalziumgluconat zur Stabilisierung des Herzens, Insulin mit Glukose zur Verschiebung von Kalium in die Zellen sowie Natriumbicarbonat oder Albuterol als Zusatzmaßnahmen. Kayexalate, Patiromer oder Natrium-Zirkonium-Cyclosilikat können Kalium aus dem Körper entfernen. Bei schweren therapieresistenten Fällen wird dialysiert.
Was niedrige K-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Diuretika (Thiazide, Furosemid)
- Erbrechen oder Durchfall
- Starkes Schwitzen
- Unzureichende Aufnahme über die Ernährung
- Hyperaldosteronismus
- Insulingabe
- Alkalose (Kalium verschiebt sich in die Zellen)
- Renale tubuläre Azidose
Mögliche Symptome
- Muskelschwäche und Krämpfe
- Müdigkeit
- Verstopfung
- Herzklopfen
- Unregelmäßiger Herzschlag
- Muskelzuckungen
- In schweren Fällen: Lähmung, Atemversagen, Herzstillstand
Was zu tun ist: Eine leichte Hypokaliämie (3,0–3,5 mEq/L) kann oft mit oralen Kaliumpräparaten und Ernährungsanpassungen (Bananen, Orangen, Kartoffeln, Spinat) korrigiert werden. Eine mäßige bis schwere Hypokaliämie (<3,0 mEq/L) kann eine intravenöse Kaliumsubstitution erfordern, die langsam gegeben wird, um kardiale Komplikationen zu vermeiden (nicht mehr als 10–20 mEq/Stunde über peripheren Zugang). Magnesium sollte ebenfalls kontrolliert und ergänzt werden, da ein Magnesiummangel die Korrektur der Hypokaliämie erschwert. Die zugrunde liegende Ursache muss behandelt werden.
Wann wird ein K-Test empfohlen?
- Im Rahmen eines routinemäßigen Stoffwechselpanels
- Bei Einnahme von Diuretika oder Medikamenten, die Kalium beeinflussen
- Bei Muskelschwäche, Krämpfen oder Herzklopfen
- Während der Behandlung einer Nierenerkrankung
- Bei Abklärung von Säure-Basen-Störungen
- Während eines Krankenhausaufenthalts mit Infusionstherapie
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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