Gastritis

Gastritis ist eine Entzündung, Reizung oder Erosion der Magenschleimhaut. Normalerweise schützt eine Schleim- und Bikarbonatschicht die Magenwand vor Salzsäure und Verdauungsenzymen. Wird diese Schutzbarriere gestört, können die sauren Magensäfte die Schleimhaut angreifen und Schmerzen, Entzündung und manchmal Blutungen verursachen. Gastritis ist sehr häufig und reicht von einer vorübergehenden leichten Störung bis zu einer chronischen Erkrankung mit möglichen Langzeitfolgen. Man unterscheidet akute und chronische Gastritis. Die akute Form entsteht plötzlich, oft durch NSAR, starken Alkoholkonsum, schwere körperliche Belastung oder reizende Substanzen. Die chronische Gastritis entwickelt sich über Monate oder Jahre und wird häufig durch Helicobacter pylori verursacht. Weitere Ursachen sind Autoimmunprozesse und Gallenreflux. Unbehandelt kann eine chronische Gastritis zu Magengeschwüren, Schleimhautatrophie, intestinaler Metaplasie und einem erhöhten Magenkrebsrisiko führen. Eine autoimmune Gastritis kann zudem zu Vitamin-B12-Mangel und perniziöser Anämie führen. Die meisten Formen lassen sich jedoch gut behandeln.

Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Nur zu Bildungszwecken. Quellenansatz: allgemeine klinische Referenzen, öffentliche Gesundheitsquellen und gängige Erklärungsmodelle für Symptome und Erkrankungen.

Symptome

  • Brennende oder nagende Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Völlegefühl oder Blähungen nach dem Essen
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsstörungen und Aufstoßen
  • Schwarzer, teerartiger Stuhl als Hinweis auf Blutung
  • Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartigem Material
  • Schluckauf

Ursachen

  • Helicobacter-pylori-Infektion der Magenschleimhaut
  • Regelmäßige Einnahme von NSAR wie Ibuprofen, Aspirin oder Naproxen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Autoimmune Gastritis
  • Gallenreflux vom Dünndarm in den Magen
  • Schwere körperliche Belastung durch große Operationen, Verbrennungen oder kritische Erkrankungen

Risikofaktoren

  • H.-pylori-Infektion
  • Langfristige NSAR- oder Aspirineinnahme
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Alter über 60 Jahre
  • Autoimmunerkrankungen
  • Rauchen

Behandlungsoptionen

H.-pylori-Eradikationstherapie

Bei H.-pylori-bedingter Gastritis wird meist eine Kombination aus Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika für etwa 14 Tage eingesetzt. Nach Abschluss wird der Therapieerfolg kontrolliert.

Protonenpumpenhemmer (PPI)

PPI wie Omeprazol, Lansoprazol oder Pantoprazol senken die Magensäureproduktion deutlich und geben der gereizten Schleimhaut Zeit zur Heilung.

H2-Rezeptorblocker

H2-Blocker wie Famotidin reduzieren die Säuresekretion und können bei milderen Formen oder als ergänzende Therapie sinnvoll sein.

Antazida und zytoprotektive Medikamente

Rezeptfreie Antazida neutralisieren vorhandene Magensäure und lindern Symptome rasch. Sucralfat kann die Schleimhaut zusätzlich schützen.

Ernährungs- und Lebensstiländerungen

Das Meiden von scharfen, sauren und stark reizenden Speisen, Koffein und Alkohol kann die Beschwerden reduzieren. Kleinere Mahlzeiten und Rauchstopp unterstützen die Heilung zusätzlich.

Absetzen auslösender Medikamente

Wenn NSAR die Ursache sind, ist das Reduzieren oder Absetzen nach ärztlicher Rücksprache besonders wichtig. Falls diese Medikamente weiter benötigt werden, kann ein Magenschutz mit PPI sinnvoll sein.

Häufig gestellte Fragen

Helicobacter pylori ist ein spiraliges Bakterium, das die Schleimschicht des Magens besiedeln kann. Es wird meist schon in der Kindheit übertragen, vermutlich durch engen Kontakt, verunreinigtes Wasser oder mangelhafte hygienische Bedingungen. Viele Menschen merken nichts davon, bei anderen verursacht es chronische Gastritis oder Magengeschwüre.
Eine chronische Gastritis, besonders bei langjähriger H.-pylori-Infektion, kann das Risiko für Magenkrebs erhöhen. Der Weg dorthin verläuft meist über langanhaltende Entzündung, Schleimhautatrophie und weitere Veränderungen. Das Risiko bleibt insgesamt relativ gering, nimmt aber durch erfolgreiche Behandlung von H. pylori ab.
Eine akute Gastritis kann sich innerhalb weniger Tage bis Wochen bessern, wenn der Auslöser beseitigt wird. Chronische Formen, etwa bei H. pylori, bessern sich nach erfolgreicher Therapie deutlich, die vollständige Schleimhautheilung kann aber mehrere Wochen bis Monate dauern.
Nein. Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, Reflux bedeutet den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Beide können ähnliche Beschwerden verursachen, haben aber unterschiedliche Mechanismen und teils unterschiedliche Behandlungen.
Alkohol reizt die Magenschleimhaut direkt, erhöht die Säureproduktion und verschlechtert die Heilung. Wer an Gastritis leidet, sollte Alkohol möglichst vermeiden oder zumindest deutlich reduzieren, bis die Schleimhaut sich erholt hat.

Relevante Tests & Biomarker

Diese Laborwerte können bei der Einordnung von gastritis oder verwandten Symptomen hilfreich sein.

Quellen- und Prüfungsansatz

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Medizinischer Hinweis

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