Brustschmerzen
Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Nur zu Bildungszwecken. Quellenansatz: standardisierte Symptomeinordnung, öffentliche Gesundheitsquellen und allgemeine medizinische Referenzen.
Häufige Ursachen von Brustschmerzen
Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn die Durchblutung eines Teils des Herzmuskels blockiert ist, meist durch ein Blutgerinnsel in einer Herzkranzarterie. Typisch sind vernichtende, drückende oder einengende Schmerzen in der Mitte oder auf der linken Brustseite, oft mit Ausstrahlung in linken Arm, Kiefer, Hals oder Rücken. Ein Herzinfarkt ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige Behandlung.
Angina pectoris
Angina pectoris ist Brustschmerz oder Brustenge infolge einer verminderten Durchblutung des Herzmuskels, meist durch eine koronare Herzkrankheit. Häufig fühlt sie sich wie Druck, Einengung oder Beklemmung an und wird oft durch körperliche Belastung oder emotionalen Stress ausgelöst, während Ruhe die Beschwerden lindert. Stabile Angina folgt meist einem wiederkehrenden Muster, instabile Angina kann unerwartet auftreten und auf einen drohenden Herzinfarkt hinweisen.
Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)
Bei GERD fließt Magensäure wiederholt in die Speiseröhre zurück und verursacht ein brennendes Gefühl in der Brust, bekannt als Sodbrennen. Diese Schmerzen können herzbedingte Brustschmerzen täuschend ähnlich nachahmen und nach dem Essen, im Liegen oder beim Bücken stärker werden. Häufig kommen ein saurer Geschmack im Mund, Schluckbeschwerden oder ein Kloßgefühl im Hals hinzu.
Muskelzerrung
Gezerrte Muskeln oder verletztes Bindegewebe der Brustwand können lokalisierte Brustschmerzen verursachen, die sich bei Bewegung, tiefem Einatmen oder Druck auf die betroffene Stelle verstärken. Solche Schmerzen entstehen oft durch schweres Heben, intensiven Sport oder plötzliche Drehbewegungen. In der Regel bessern sie sich mit Ruhe, entzündungshemmenden Medikamenten und sanften Dehnungen innerhalb von Tagen bis Wochen.
Angst und Panikattacken
Panikattacken können Brustschmerzen auslösen, die sich sehr ähnlich wie ein Herzinfarkt anfühlen – mit Engegefühl, stechenden Schmerzen und Herzrasen. Häufig treten zusätzlich starke Angst, Schwitzen, Zittern, Atemnot und ein Gefühl drohender Katastrophe auf. Obwohl Panikattacken körperlich nicht gefährlich sind, sollten herzbedingte Ursachen zunächst ausgeschlossen werden.
Costochondritis
Costochondritis ist eine Entzündung des Knorpels, der die Rippen mit dem Brustbein verbindet. Sie verursacht scharfe, lokalisierte Brustschmerzen, die sich durch Druck auf die Stelle auslösen lassen. Auslöser sind oft körperliche Überlastung, wiederholte Bewegungen oder Atemwegsinfekte. Die Erkrankung ist zwar schmerzhaft, aber meist harmlos und klingt mit Ruhe und entzündungshemmender Behandlung von selbst ab.
Lungenembolie
Eine Lungenembolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel in die Lunge wandert und dort eine Lungenarterie blockiert. Typisch sind plötzlich einsetzende, stechende Brustschmerzen, die sich bei tiefer Atmung verschlimmern, zusammen mit Atemnot, Herzrasen und manchmal blutigem Husten. Eine Lungenembolie ist lebensbedrohlich und erfordert sofortige Behandlung.
Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten
Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftritt:
- Plötzlich einsetzende, drückende oder einengende Brustschmerzen, die länger als einige Minuten anhalten
- Brustschmerzen mit Ausstrahlung in linken Arm, Kiefer, Hals oder Rücken
- Brustschmerzen zusammen mit Atemnot, Schweißausbruch oder Übelkeit
- Brustschmerzen mit Benommenheit, Ohnmacht oder Herzrasen
- Brustschmerzen nach körperlicher Belastung, die in Ruhe nicht verschwinden
- Neue Brustschmerzen bei bekannten Risikofaktoren für Herzerkrankungen
- Plötzlich stechende Brustschmerzen mit Atemnot oder blutigem Husten
- Jegliche Brustschmerzen, bei denen Sie unsicher sind – im Zweifel Notfallhilfe suchen
Hausmittel & Selbsthilfe
Antazida bei Reflux
Wenn die Brustschmerzen durch GERD oder Sodbrennen verursacht sind, können rezeptfreie Antazida die Magensäure neutralisieren und schnell Linderung verschaffen. Es hilft außerdem, auslösende Lebensmittel wie scharfe Speisen, Zitrusfrüchte, Koffein und Alkohol – besonders abends – zu meiden. Ein erhöhtes Kopfteil des Betts und der Verzicht auf Hinlegen in den ersten zwei bis drei Stunden nach dem Essen können Reflux ebenfalls reduzieren.
Tiefes Atmen und Entspannung
Bei angst- oder panikbedingten Brustschmerzen können langsame, tiefe Atemübungen das Nervensystem beruhigen und Beschwerden lindern. Atmen Sie langsam vier Sekunden durch die Nase ein, halten Sie kurz an und atmen Sie sechs Sekunden durch den Mund aus. Regelmäßige Achtsamkeitsübungen können die Häufigkeit und Intensität angstbedingter Brustschmerzen verringern.
Ruhe und Kühlen bei Muskelzerrung
Wenn Brustschmerzen durch eine Muskelzerrung oder Costochondritis verursacht werden, kann es helfen, die betroffene Stelle zu schonen und mehrmals täglich für 15 bis 20 Minuten in ein Tuch eingewickeltes Eis aufzulegen. Auch rezeptfreie entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen können nach Anleitung helfen. Vermeiden Sie belastende Aktivitäten, bis die Entzündung abgeklungen ist.
Haltung verbessern
Eine schlechte Körperhaltung, besonders das Vorbeugen über Schreibtisch oder Handy, kann muskuloskelettale Brustschmerzen fördern, weil Muskeln und Gelenke von Brustwand und oberem Rücken belastet werden. Aufrechtes Sitzen, eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und regelmäßige Pausen zum Aufstehen und Dehnen können vorbeugen und lindern. Kräftigungsübungen für oberen Rücken und Rumpf helfen langfristig.
Häufig gestellte Fragen
Verwandte Symptom-Kombinationen
Viele Menschen suchen nach brustschmerzen zusammen mit anderen Symptomen. Diese Ratgeber können beim nächsten Schritt helfen.
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Brustschmerzen mit KI prüfen →Medizinischer Hinweis
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