Dopamin
HormoneZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Dopamin?
Dopamin ist ein Katecholamin, das sowohl als Neurotransmitter im Gehirn als auch als Hormon bzw. parakriner Signalstoff in der Peripherie wirkt. Im Gehirn ist Dopamin entscheidend für Belohnung, Motivation, Motorik, exekutive Funktionen und Emotionsregulation. Peripher wird Dopamin im Nebennierenmark, in sympathischen Neuronen und in spezialisierten Zellen von Darm und Nieren gebildet. Peripheres Dopamin wirkt als lokaler Vasodilatator in der renalen und mesenterialen Zirkulation und hemmt die Prolaktinfreisetzung aus der Hypophyse.
Klinisch werden Messungen von Dopamin im Plasma und Urin vor allem zur Abklärung katecholaminproduzierender Tumoren (Phäochromozytom und Paragangliom) eingesetzt. Dopamin wird aus der Aminosäure Tyrosin in zwei Schritten gebildet: Tyrosinhydroxylase wandelt Tyrosin in L-DOPA um, und die DOPA-Decarboxylase wandelt L-DOPA in Dopamin um. Dopamin kann weiter zu Noradrenalin und anschließend zu Adrenalin umgewandelt werden. Es wird durch die Enzyme COMT und MAO zu Homovanillinsäure (HVA) abgebaut. In der Tumordiagnostik werden sowohl fraktionierte Katecholamine als auch ihre Metaboliten (Metanephrine) gemessen.
Warum der Wert wichtig ist
Die Dopaminmessung ist klinisch wichtig für die Diagnose katecholaminsekretierender Tumoren. Phäochromozytome und Paragangliome, die überwiegend Dopamin sezernieren, sind selten, können sich aber atypisch präsentieren, ohne die klassische Hypertonie noradrenalin- oder adrenalinsekretierender Tumoren. Dopaminsekretierende Tumoren sind häufiger maligne, extraadrenal lokalisiert und mit erblichen Syndromen (SDHB-Mutationen) assoziiert. Freie Plasma-Metanephrine (einschließlich Methoxytyramin, dem O-methylierten Metaboliten von Dopamin) sind der empfohlene Erstlinientest zum Screening auf diese Tumoren.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Plasma-Dopamin (in Rückenlage) | <30 | pg/mL |
| 24-Stunden-Urin-Dopamin | 52–480 | µg/24h |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe DA-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Phäochromozytom oder Paragangliom (dopaminsekretierend)
- Neuroblastom (vor allem bei Kindern)
- Ganglioneurom
- Stress, körperliche Belastung oder Schmerzen (vorübergehende physiologische Erhöhung)
- Bestimmte Medikamente (Levodopa, Dopaminagonisten)
- Karzinoidtumoren (gelegentlich)
Mögliche Symptome
- Hypertonie (anfallsartig oder dauerhaft; manche dopaminsekretierenden Tumoren verursachen jedoch Hypotonie)
- Herzklopfen und Tachykardie
- Kopfschmerzen
- Schwitzen und Flush
- Übelkeit und Erbrechen
- Angst und panikartige Episoden
- Orthostatische Hypotonie (bei dopamindominanten Tumoren)
Was zu tun ist: Erhöhte Katecholamine sollten zur Messung freier Plasma-Metanephrine (Normetanephrin, Metanephrin und Methoxytyramin) und/oder fraktionierter Metanephrine im 24-Stunden-Urin führen – diese Metaboliten werden kontinuierlich vom Tumorgewebe gebildet und sind empfindlicher als episodisch erhöhte Katecholaminspiegel. Bei biochemischer Bestätigung erfolgt eine Bildgebung mittels CT oder MRT zur Lokalisation. MIBG-Szintigrafie oder 68Ga-DOTATATE-PET/CT kann bei extraadrenalen, metastasierten oder okkulten Tumoren erforderlich sein. Eine genetische Testung wird allen Patientinnen und Patienten mit Phäochromozytom/Paragangliom empfohlen, da bis zu 40 % erbliche Mutationen (RET, VHL, SDHx) aufweisen. Vor einer operativen Entfernung ist eine präoperative Alphablockade (Phenoxybenzamin oder Doxazosin) zwingend notwendig, um hypertensive Krisen zu verhindern.
Was niedrige DA-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Parkinson-Krankheit (zentraler Dopaminmangel)
- Dopamin-Beta-Hydroxylase-Mangel (seltene genetische Erkrankung)
- Autonome Neuropathie
- Medikamente, die Dopamin vermindern (Reserpin, Tetrabenazin)
- Depression (assoziiert mit vermindertem dopaminergen Tonus)
Mögliche Symptome
- Motorische Symptome: Bradykinese, Rigor, Tremor (Parkinson)
- Müdigkeit und Apathie
- Schwierigkeiten mit Motivation und Konzentration
- Niedergeschlagene Stimmung und Anhedonie
- Orthostatische Hypotonie (bei Dopamin-Beta-Hydroxylase-Mangel)
Was zu tun ist: Periphere Dopaminspiegel spiegeln Dopamin im zentralen Nervensystem nicht zuverlässig wider; deshalb werden Plasma- oder Urin-Dopaminwerte nicht zur Diagnose von Parkinson oder psychiatrischen Erkrankungen verwendet. Parkinson wird klinisch diagnostiziert und mit einer Dopamintransporter-Bildgebung (DaT-Scan) bestätigt. Niedriges peripheres Dopamin bei ausgeprägter orthostatischer Hypotonie kann auf einen Dopamin-Beta-Hydroxylase-Mangel hinweisen, eine seltene genetische Erkrankung, die mit Droxidopa behandelt wird. Bei Motivations- oder Stimmungssymptomen ist eine Beurteilung durch Psychiatrie oder Neurologie sinnvoll; die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.
Wann wird ein DA-Test empfohlen?
- Bei Verdacht auf ein Phäochromozytom oder Paragangliom
- Bei der Abklärung eines Neuroblastoms im Kindesalter
- Wenn Hypertonie von anfallsartigen Symptomen begleitet wird (Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen)
- Wenn eine Familienanamnese für ein hereditäres Paragangliom-Syndrom vorliegt
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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