Leukozyten im Urin
UrinanalyseZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Leukozyten im Urin?
Leukozyten oder weiße Blutkörperchen im Urin zeigen eine Immunreaktion innerhalb der Harnwege an. Während geringe Mengen normal sein können, weisen erhöhte Zahlen — eine sogenannte Pyurie — meist auf eine Infektion, Entzündung oder Reizung irgendwo im Harntrakt hin. Am häufigsten werden Neutrophile nachgewiesen, die als erste Verteidigungslinie des Körpers gegen bakterielle Infektionen dienen. Leukozyten im Urin werden sowohl mikroskopisch (Anzahl pro Gesichtsfeld) als auch über den Leukozytenesterase-Test auf dem Urinteststreifen erfasst.
Der Leukozytenesterase-Test weist ein Enzym nach, das von Neutrophilen freigesetzt wird, und ist ein sehr empfindliches Screeningverfahren für Harnwegsinfektionen. In Kombination mit dem Nitrittest hat ein positiver Leukozytenesterase-Befund eine hohe Vorhersagekraft für einen HWI. Leukozyten können jedoch auch aus anderen Gründen im Urin vorkommen, etwa bei Nierensteinen, interstitieller Nephritis, Glomerulonephritis oder Blasentumoren. Die Gesamtheit der Befunde aus der Urinuntersuchung hilft dabei, die Differenzialdiagnose einzugrenzen und weitere Diagnostik zu steuern.
Warum der Wert wichtig ist
Leukozyten im Urin sind der empfindlichste Hinweis auf Entzündung und Infektion der Harnwege. Harnwegsinfektionen betreffen weltweit jedes Jahr etwa 150 Millionen Menschen, und der Nachweis einer Pyurie ist zentral für Diagnose und Behandlung. Darüber hinaus kann eine anhaltende sterile Pyurie (Leukozyten ohne Bakteriennachweis) auf ernstere Erkrankungen hinweisen, darunter Nierenerkrankungen, Tuberkulose der Harnwege oder urologische Malignome. Bei hospitalisierten und katheterisierten Patientinnen und Patienten hilft die Überwachung von Leukozyten im Urin, die Antibiotikatherapie zu steuern und zwischen echter Infektion und Kolonisation zu unterscheiden.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Mikroskopische Untersuchung | 0–5 | WBC/HPF |
| Teststreifen (Leukozytenesterase) | Negative |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe WBC/UA-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Harnwegsinfektion (häufigste Ursache)
- Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
- Nierensteine
- Interstitielle Nephritis (medikamentös oder autoimmun bedingt)
- Glomerulonephritis
- Blasenkrebs oder andere urologische Malignome
- Sexuell übertragbare Infektionen (Chlamydien, Gonorrhö)
- Prostatitis bei Männern
Mögliche Symptome
- Schmerzhaftes oder brennendes Wasserlassen
- Vermehrter Harndrang und erhöhte Miktionsfrequenz
- Trüber oder milchiger Urin
- Übel riechender Urin
- Becken- oder Kreuzschmerzen
- Fieber und Schüttelfrost (bei Niereninfektion)
- Blut im Urin
Was zu tun ist: Erhöhte Leukozyten zusammen mit Bakterien und passenden Symptomen sprechen für einen Harnwegsinfekt, der antibiotisch behandelt werden sollte. Eine Urinkultur sollte angelegt werden, um den Erreger zu identifizieren und das passende Antibiotikum auszuwählen. Wenn Leukozyten erhöht sind, die Kultur aber negativ bleibt (sterile Pyurie), ist weitere Diagnostik nötig — beispielsweise Tests auf sexuell übertragbare Infektionen, Tuberkulosekultur, Bildgebung der Harnwege oder je nach Situation eine Überweisung zur Urologie oder Nephrologie.
Was niedrige WBC/UA-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Normalbefund — gesunder Urin sollte nur sehr wenige weiße Blutkörperchen enthalten
- Erfolgreiche Behandlung eines Harnwegsinfekts
- Abklingen einer Nieren- oder Blasenentzündung
Mögliche Symptome
- Keine Symptome — wenige oder keine Leukozyten sind der normale erwartete Befund
Was zu tun ist: Ein normaler Leukozytenbefund im Urin erfordert keine weiteren Maßnahmen. Wenn dieses Ergebnis nach einer Behandlung eines Harnwegsinfekts erhoben wurde, bestätigt es das erfolgreiche Abklingen der Infektion.
Wann wird ein WBC/UA-Test empfohlen?
- Bei Symptomen eines Harnwegsinfekts (Schmerzen, Drang, häufiges Wasserlassen)
- Als Teil einer routinemäßigen Urinuntersuchung
- Zur Kontrolle des Ansprechens auf eine Antibiotikatherapie bei HWI
- Bei der Abklärung von Fieber unklarer Ursache
- Bei Verdacht auf Nierensteine oder Nierenerkrankung
- Im Rahmen des Schwangerschaftsscreenings
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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