WBC

Weiße Blutkörperchen

Großes Blutbild

Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.

Was ist Weiße Blutkörperchen?

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sind ein zentraler Bestandteil Ihres Immunsystems. Anders als rote Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren, schützen weiße Blutkörperchen Ihren Körper vor Infektionen, fremden Eindringlingen und abnormalen Zellen einschließlich Krebszellen. Es gibt fünf Haupttypen weißer Blutkörperchen – Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile – mit jeweils spezialisierten Aufgaben in der Immunabwehr. Zusammen bilden sie ein koordiniertes System, das Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze erkennen und bekämpfen kann.

Die Leukozytenzahl misst die Gesamtzahl der Leukozyten in einem bestimmten Blutvolumen. Obwohl WBCs nur etwa 1 % des Blutvolumens ausmachen, ist ihre Bedeutung für die Gesundheit enorm. Die Zahl kann im Tagesverlauf schwanken und auf Stress, Bewegung, Mahlzeiten und Erkrankungen reagieren. Die WBC-Zahl ist routinemäßiger Bestandteil eines großen Blutbilds und gehört zu den ersten Tests bei Verdacht auf Infektion oder Störung des Immunsystems. Ein Differentialblutbild, das die fünf Typen aufschlüsselt, liefert noch mehr diagnostische Informationen.

Warum der Wert wichtig ist

Weiße Blutkörperchen sind die Abwehrtruppe Ihres Körpers. Eine erhöhte WBC-Zahl signalisiert oft, dass Ihr Körper gegen eine Infektion kämpft, eine Entzündung durchmacht oder auf Stress reagiert. Sehr hohe Werte können auf Leukämie oder andere Blutkrebserkrankungen hinweisen. Umgekehrt bedeutet eine niedrige WBC-Zahl, dass Ihr Immunsystem geschwächt ist und Sie anfälliger für Infektionen sind. Die Überwachung der WBC-Werte hilft bei der Diagnose von Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Knochenmarkproblemen und Medikamenteneffekten wie unter Chemotherapie.

Normale Referenzbereiche

GruppeBereichEinheit
Erwachsene4,500–11,000cells/µL
Kinder (2–12 Jahre)5,000–13,000cells/µL
Säuglinge (0–2 Jahre)6,000–17,000cells/µL
Neugeborene9,000–30,000cells/µL

Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.

Was hohe WBC-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Bakterielle oder virale Infektionen
  • Entzündliche Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, IBD)
  • Allergische Reaktionen
  • Leukämie und Lymphom
  • Körperlicher oder emotionaler Stress
  • Rauchen
  • Kortikosteroid-Medikamente
  • Gewebeschädigung durch Verbrennungen oder Operationen

Mögliche Symptome

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Nachtschweiß
  • Unerklärter Gewichtsverlust
  • Häufige Infektionen
  • Leichte Blutergüsse oder Blutungen
  • Geschwollene Lymphknoten

Was zu tun ist: Eine leicht erhöhte WBC-Zahl während einer akuten Erkrankung ist meist normal und normalisiert sich von selbst. Anhaltend erhöhte Werte sollten weiter abgeklärt werden, etwa mit Differentialblutbild, peripherem Blutausstrich und gegebenenfalls einer Knochenmarkbiopsie. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache – Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, entzündungshemmende Medikamente bei Autoimmunerkrankungen oder Chemotherapie bei Blutkrebs.

Was niedrige WBC-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Virale Infektionen (HIV, Hepatitis)
  • Knochenmarkserkrankungen oder -schäden
  • Autoimmunerkrankungen (Lupus)
  • Chemotherapie oder Strahlentherapie
  • Bestimmte Medikamente (Antibiotika, Antikonvulsiva)
  • Schwere Infektionen (Sepsis), die den WBC-Vorrat erschöpfen
  • Nährstoffmängel (B12, Folat, Kupfer)

Mögliche Symptome

  • Häufige oder wiederkehrende Infektionen
  • Langsame Wundheilung
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Mundgeschwüre
  • Müdigkeit
  • Gliederschmerzen

Was zu tun ist: Niedrige WBC-Werte (Leukopenie) erhöhen das Infektionsrisiko und sollten zeitnah abgeklärt werden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann ein Differentialblutbild veranlassen, auf Nährstoffmängel prüfen, Medikamente überprüfen und gegebenenfalls das Knochenmark untersuchen. Die Behandlung kann Wachstumsfaktor-Injektionen (G-CSF), die Korrektur von Mängeln, eine Anpassung von Medikamenten oder die Therapie der Grunderkrankung umfassen. Maßnahmen zur Infektionsvermeidung wie gute Handhygiene und das Meiden Kranker sind wichtig.

Wann wird ein WBC-Test empfohlen?

  • Im Rahmen routinemäßiger Gesundheitschecks
  • Bei Anzeichen einer Infektion (Fieber, Schüttelfrost)
  • Während einer Behandlung mit Chemotherapie oder Immunsuppressiva
  • Zur Überwachung von Autoimmunerkrankungen
  • Bei wiederkehrenden Infektionen
  • Vor und nach Operationen

Häufig gestellte Fragen

Die Gesamtzahl der WBC gibt an, wie viele weiße Blutkörperchen insgesamt vorhanden sind. Ein Differentialblutbild zerlegt diese Zahl jedoch in die fünf Typen: Neutrophile (bekämpfen Bakterien), Lymphozyten (bekämpfen Viren und bilden Antikörper), Monozyten (räumen abgestorbene Zellen auf), Eosinophile (bekämpfen Parasiten und vermitteln Allergien) und Basophile (an allergischen Reaktionen beteiligt). Eine hohe Gesamtzahl mit erhöhten Neutrophilen spricht zum Beispiel für eine bakterielle Infektion, während erhöhte Lymphozyten eher auf eine Virusinfektion hinweisen. Erhöhte Eosinophile können auf Allergien oder Parasiten hindeuten. Diese Aufschlüsselung ist für eine genaue Diagnose entscheidend.
Ja, sowohl körperlicher als auch emotionaler Stress kann die WBC-Zahl vorübergehend erhöhen. Stress führt zur Ausschüttung von Cortisol und Adrenalin, wodurch weiße Blutkörperchen aus dem Knochenmark und aus Randpools an den Gefäßwänden in den Blutkreislauf mobilisiert werden. Diese "Stress-Leukozytose" zeigt typischerweise erhöhte Neutrophile und kann die Gesamtzahl auf 12.000–15.000 Zellen/µL anheben. Intensive Bewegung, Angst und sogar der Stress einer Blutabnahme können diesen vorübergehenden Anstieg auslösen, der sich meist innerhalb von Stunden zurückbildet.
Die Behandlung hängt von Ursache und Schweregrad ab. Wenn Medikamente verantwortlich sind, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt diese anpassen oder wechseln. Nährstoffmängel werden mit B12-, Folat- oder Kupfer-Supplementen behandelt. Bei chemotherapiebedingter Neutropenie können Injektionen mit Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (G-CSF) wie Filgrastim das Knochenmark zur Produktion weiterer Neutrophiler anregen. In schweren Fällen müssen Betroffene neutropenische Vorsichtsmaßnahmen beachten, also rohe Lebensmittel, Menschenmengen und kranke Personen meiden. Grunderkrankungen wie Autoimmunerkrankungen oder Knochenmarkstörungen erfordern eine gezielte Therapie.

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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche können zwischen Laboren variieren. Besprechen Sie die Interpretation Ihrer konkreten Testergebnisse immer mit Ihrer medizinischen Fachperson.

Hinweis: SymptomGPT ist kein medizinisches Diagnosetool und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich immer an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Wenn Sie einen medizinischen Notfall haben, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an.