Kreatinkinase
HerzZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Kreatinkinase?
Kreatinkinase (CK), auch Kreatinphosphokinase (CPK) genannt, ist ein Enzym, das die reversible Übertragung einer Phosphatgruppe von Phosphokreatin auf ADP katalysiert und damit ATP – die wichtigste Energiequelle der Zelle – regeneriert. Diese Reaktion ist besonders wichtig in Geweben mit hohem und schwankendem Energiebedarf, insbesondere in der Skelettmuskulatur, im Herzmuskel und im Gehirn. CK liegt in drei Isoenzymformen vor: CK-MM (vorherrschend in der Skelettmuskulatur und etwa 95 % der Gesamt-CK im Serum), CK-MB (vor allem im Herzmuskel, typischerweise 1–3 % der Gesamt-CK) und CK-BB (im Gehirn und in glatter Muskulatur, im Serum selten nachweisbar).
Die Gesamt-CK ist ein etablierter Marker für Muskelschädigungen. Werden Muskelzellen verletzt – durch körperliche Belastung, Trauma, Ischämie oder Erkrankung –, tritt CK proportional zum Ausmaß der Schädigung ins Blut über. Während CK-MB früher der wichtigste kardiale Biomarker für die Diagnose des Herzinfarkts war, wurde sie dafür weitgehend durch hochsensitive Troponin-Assays ersetzt. Die Gesamt-CK bleibt jedoch essenziell für die Diagnose einer Rhabdomyolyse, die Überwachung von Myopathien und Muskeldystrophien sowie den Nachweis statinbedingter Muskeltoxizität.
Warum der Wert wichtig ist
CK ist der empfindlichste breit verfügbare Marker für Schäden der Skelettmuskulatur. Bei Rhabdomyolyse können die CK-Werte 10.000–100.000 U/L oder mehr erreichen, und das Ausmaß der Erhöhung korreliert mit dem Risiko eines akuten Nierenversagens durch myoglobinbedingte Tubulusschädigung. Auch bei Patientinnen und Patienten unter Statinen ist die CK-Überwachung wichtig, da Statine selten Myopathie oder Rhabdomyolyse verursachen können. Bei neuromuskulären Erkrankungen wie der Duchenne-Muskeldystrophie sind die CK-Werte oft bereits 10- bis 100-fach erhöht, bevor klinische Symptome auftreten, weshalb sie sich für Früherkennung und Verlaufskontrolle eignet. CK-MB spielt heute eine kleinere Rolle, kann aber beim Nachweis eines Reinfarkts nach bereits stattgehabtem Herzinfarkt weiterhin nützlich sein, da sie schneller ansteigt und wieder abfällt als Troponin.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene Männer | 39–308 | U/L |
| Erwachsene Frauen | 26–192 | U/L |
| Kinder | 60–305 | U/L |
| Neugeborene | 68–580 | U/L |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe CK-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Rhabdomyolyse (Quetschverletzung, längere Immobilisation, Hyperthermie)
- Intensive oder langandauernde körperliche Belastung (insbesondere exzentrisches Training)
- Myokardinfarkt (CK-MB-Fraktion erhöht)
- Muskeldystrophien (Duchenne, Becker)
- Entzündliche Myopathien (Polymyositis, Dermatomyositis)
- Myopathie bei Hypothyreose
- Statin- oder andere medikamenteninduzierte Myopathie
- Krampfanfälle (prolongiert)
- Intramuskuläre Injektionen
- Maligne Hyperthermie
Mögliche Symptome
- Muskelschmerzen, Druckschmerz und Schwellung
- Muskelschwäche
- Dunkelbrauner oder teefarbener Urin (Myoglobinurie bei Rhabdomyolyse)
- Verminderte Urinmenge (bei Entwicklung eines akuten Nierenversagens)
- Brustschmerzen bei kardialer CK-MB-Erhöhung
- Müdigkeit und Krankheitsgefühl
Was zu tun ist: Das klinische Umfeld bestimmt das Vorgehen. Bei Verdacht auf Rhabdomyolyse (CK >5-fach erhöht plus Risikofaktoren) ist eine aggressive intravenöse Flüssigkeitstherapie entscheidend, um Nierenschäden zu verhindern. Nierenfunktion, Elektrolyte (insbesondere Kalium und Kalzium) sowie Urinausscheidung sollten überwacht werden. Bei Verdacht auf eine kardiale Ursache ist Troponin der bevorzugte Biomarker. Bei statinassoziierter Erhöhung sollte das Statin pausiert und die CK erneut kontrolliert werden. Bei neuromuskulären Erkrankungen ist eine neurologische Vorstellung sowie gegebenenfalls Muskelbiopsie oder genetische Testung angezeigt.
Was niedrige CK-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Geringe Muskelmasse (Sarkopenie, Kachexie oder längere Immobilität)
- Bindegewebserkrankungen (rheumatoide Arthritis, Lupus – bei manchen Patientinnen und Patienten)
- Alkoholische Lebererkrankung (verminderte Muskelmasse)
- Frühe Schwangerschaft
Mögliche Symptome
- Eine niedrige CK selbst verursacht keine Symptome
- Kann auf zugrunde liegenden Muskelabbau oder Dekonditionierung hinweisen
Was zu tun ist: Eine niedrige CK ist meist klinisch unbedenklich und spiegelt häufig eine geringe Muskelmasse wider. Wenn gleichzeitig Muskelschwäche besteht, sollte eine neurologische Abklärung erwogen werden. Eine ausreichende Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität sind sinnvoll. Für eine isoliert niedrige CK ist keine spezifische Behandlung erforderlich.
Wann wird ein CK-Test empfohlen?
- Bei Verdacht auf Rhabdomyolyse (dunkler Urin, Muskelschmerzen nach Quetschverletzung oder extremer Belastung)
- Zur Überwachung von Patientinnen und Patienten unter Statintherapie mit Muskelsymptomen
- Bei Abklärung vermuteter Myopathien oder Muskeldystrophien
- Als Teil der Diagnostik bei vermutetem Myokardinfarkt (CK-MB, wobei Troponin bevorzugt wird)
- Zur Überwachung medikamentenbedingter Muskeltoxizität (z. B. Colchicin, Daptomycin)
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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