Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen umfassen eine Reihe von Störungen der Schilddrüse, einer kleinen schmetterlingsförmigen Drüse am Halsansatz. Die Schilddrüse produziert vor allem Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die Stoffwechsel, Energieproduktion, Herzfrequenz, Körpertemperatur und viele weitere Körperfunktionen steuern. Geregelt wird sie über das schilddrüsenstimulierende Hormon TSH aus der Hirnanhangsdrüse. Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den häufigsten endokrinen Störungen weltweit. Bei einer Hypothyreose produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, wodurch viele Körperprozesse verlangsamt werden. Eine häufige Ursache ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung. Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Verstopfung, trockene Haut, Haarausfall und depressive Verstimmung. Bei einer Hyperthyreose produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, der Stoffwechsel läuft beschleunigt. Häufige Ursache ist der Morbus Basedow. Typisch sind Gewichtsverlust trotz gutem Appetit, Herzrasen, Unruhe, Zittern und Hitzeintoleranz. Weitere Schilddrüsenprobleme sind Knoten, Struma und Schilddrüsenkrebs. Die Diagnose erfolgt meist durch Bluttests auf TSH, freies T4 und manchmal freies T3 sowie Antikörpertests. Ultraschall und Feinnadelbiopsie helfen bei der Beurteilung von Knoten. Mit passender Behandlung lassen sich die meisten Schilddrüsenerkrankungen gut kontrollieren.

Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Nur zu Bildungszwecken. Quellenansatz: allgemeine klinische Referenzen, öffentliche Gesundheitsquellen und gängige Erklärungsmodelle für Symptome und Erkrankungen.

Symptome

  • Müdigkeit und Energiemangel bei Hypothyreose oder Nervosität und Angst bei Hyperthyreose
  • Unerklärliche Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust
  • Kälteunverträglichkeit oder Hitzeintoleranz und starkes Schwitzen
  • Trockene Haut, brüchige Nägel und Haarausfall
  • Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag und Herzklopfen
  • Verstopfung oder häufige Stuhlgänge
  • Depressive Stimmung, geistige Benommenheit oder Reizbarkeit und Tremor
  • Muskelschwäche und Gelenkschmerzen
  • Schwellung am Hals oder sichtbare Knoten
  • Menstruationsstörungen und Fruchtbarkeitsprobleme

Ursachen

  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Jodmangel oder Jodüberschuss
  • Schilddrüsenknoten oder multinodöse Struma
  • Thyreoiditis durch Virusinfekte, nach der Geburt oder als Medikamentennebenwirkung
  • Schädigung der Schilddrüse durch Operation, Bestrahlung oder Radiojodtherapie

Risikofaktoren

  • Weibliches Geschlecht
  • Schilddrüsenerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen in der Familie
  • Alter über 60 Jahre
  • Eigene Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes, Zöliakie oder rheumatoide Arthritis
  • Frühere Schilddrüsenoperation oder Bestrahlung des Halses
  • Schwangerschaft oder Wochenbett

Behandlungsoptionen

Levothyroxin (Schilddrüsenhormon-Ersatz)

Levothyroxin ist die Standardtherapie bei Hypothyreose. Es ersetzt fehlendes T4 und wird meist morgens nüchtern eingenommen. Die Dosis wird anhand der TSH-Werte individuell angepasst und häufig lebenslang benötigt.

Thyreostatika

Methimazol und Propylthiouracil werden bei Hyperthyreose eingesetzt und hemmen die Hormonproduktion der Schilddrüse. Besonders beim Morbus Basedow können sie über Monate bis Jahre erforderlich sein.

Radiojodtherapie

Radioaktives Jod wird oral eingenommen und zerstört überaktives Schilddrüsengewebe gezielt. Es ist eine etablierte definitive Therapie bei Morbus Basedow und toxischen Knoten. Danach entsteht häufig eine Hypothyreose, die mit Levothyroxin behandelt wird.

Betablocker zur Symptomkontrolle

Betablocker wie Propranolol lindern schnell Symptome der Hyperthyreose wie Herzrasen, Zittern und Unruhe, behandeln aber nicht die zugrunde liegende Hormonstörung.

Schilddrüsenoperation (Thyreoidektomie)

Eine teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse kommt bei großen Strumen, verdächtigen Knoten, Schilddrüsenkrebs oder schwer behandelbarer Überfunktion infrage. Nach vollständiger Entfernung ist eine lebenslange Hormontherapie nötig.

Häufig gestellte Fragen

Bei der Hypothyreose produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, wodurch der Stoffwechsel langsamer wird. Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und depressive Stimmung. Bei der Hyperthyreose ist es umgekehrt: Zu viele Hormone beschleunigen den Stoffwechsel und verursachen Gewichtsverlust, Herzrasen, Angst, Tremor und Hitzeintoleranz.
Ja. Sowohl Unter- als auch Überfunktion können Menstruation, Eisprung und Fruchtbarkeit beeinträchtigen. In der Schwangerschaft erhöhen unbehandelte Schilddrüsenstörungen das Risiko für Fehlgeburt, Präeklampsie, Frühgeburt und Entwicklungsstörungen des Kindes. Deshalb sind Kontrollen und gegebenenfalls Therapieanpassungen wichtig.
Grundlage sind Bluttests, insbesondere TSH, dazu freies T4 und manchmal freies T3. Antikörper helfen, autoimmune Ursachen wie Hashimoto oder Basedow zu erkennen. Ultraschall beurteilt Struktur, Größe und Knoten. Bei auffälligen Knoten kann eine Feinnadelpunktion nötig sein.
Bei vielen Menschen mit Hypothyreose, besonders bei Hashimoto, ja. Manche Formen sind jedoch vorübergehend, zum Beispiel nach der Geburt oder durch Medikamente bedingt. Nach Radiojodtherapie oder vollständiger Operation ist meist ebenfalls eine lebenslange Substitution erforderlich.
Ja. Jod ist für die Hormonproduktion essenziell, sowohl zu wenig als auch zu viel Jod kann Probleme verursachen. Selen unterstützt den Schilddrüsenstoffwechsel. Wichtig ist außerdem, Levothyroxin nicht zusammen mit Eisen, Kalzium, Soja oder Kaffee einzunehmen, da diese die Aufnahme beeinträchtigen können.

Relevante Tests & Biomarker

Diese Laborwerte können bei der Einordnung von schilddrüsenerkrankungen oder verwandten Symptomen hilfreich sein.

Quellen- und Prüfungsansatz

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Medizinischer Hinweis

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