Vitamin B2 (Riboflavin)
Vitamine & MineralstoffeZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Vitamin B2 (Riboflavin)?
Riboflavin, auch als Vitamin B2 bekannt, ist ein wasserlösliches Vitamin und Vorstufe von zwei essenziellen Coenzymen: Flavinmononukleotid (FMN) und Flavinadenindinukleotid (FAD). Diese Coenzyme sind an mehr als 100 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt und spielen eine zentrale Rolle bei der Energieproduktion, der Zellatmung sowie beim Stoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen. FAD ist außerdem ein entscheidender Cofaktor für das Enzym Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR), wodurch der Riboflavinstatus mit Folat- und Homocysteinstoffwechsel verknüpft ist.
Riboflavin wird hauptsächlich über Milchprodukte, Eier, mageres Fleisch, Innereien, grünes Gemüse und angereicherte Getreideprodukte aufgenommen. Da es wasserlöslich ist, verfügt der Körper nur über begrenzte Speicherkapazitäten und ist auf eine regelmäßige Zufuhr angewiesen. Der Riboflavinstatus wird am genauesten über den Erythrozyten-Glutathion-Reduktase-Aktivitätskoeffizienten (EGRAC) oder direkt über Riboflavin in Plasma/Serum beurteilt. Ein klinischer Mangel, die sogenannte Ariboflavinose, tritt häufig zusammen mit anderen B-Vitamin-Mängeln auf und ist in Bevölkerungsgruppen mit geringem Zugang zu Milch- und Tierprodukten häufiger.
Warum der Wert wichtig ist
Riboflavin ist grundlegend für den Energiestoffwechsel – ohne ausreichendes B2 kann der Körper Nahrung nicht effizient in nutzbare Energie umwandeln. Als Vorstufe von FAD unterstützt Riboflavin die mitochondriale Atmungskette, das antioxidative Glutathionsystem und den Stoffwechsel anderer B-Vitamine, darunter Folat, Niacin und Vitamin B6. Ein Mangel kann die Eisenaufnahme und -verwertung beeinträchtigen, zu Anämie beitragen und Homocystein erhöhen. Neue Daten deuten außerdem darauf hin, dass eine Riboflavin-Supplementierung bei einigen Patientinnen und Patienten die Häufigkeit von Migräneanfällen verringern kann.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene (Serum) | 6.2–39.0 | nmol/L |
| Erwachsene (EGRAC) | <1.4 | ratio |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe B2-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Übermäßige Supplementierung (in der Regel gut verträglich)
- Hohe Aufnahme angereicherter Lebensmittel
- Parenterale Ernährung mit Riboflavin
Mögliche Symptome
- Meist symptomlos – Überschüsse werden über den Urin ausgeschieden (mit kräftig gelber Farbe)
- Keine etablierte Toxizität bei oraler Aufnahme
- Mögliche Photosensitivität bei sehr hohen Dosen
Was zu tun ist: Hohe Riboflavinspiegel gelten nicht als schädlich, da überschüssiges Vitamin rasch über die Nieren ausgeschieden wird und typischerweise einen leuchtend gelben Urin verursacht. Wegen fehlender nachgewiesener Toxizität wurde kein oberer tolerierbarer Grenzwert festgelegt. Bei sehr hohen Werten genügt es in der Regel, die Supplementierung zu reduzieren. Der gelbe Urin durch Riboflavin ist harmlos und kein Grund zur Sorge.
Was niedrige B2-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Unzureichende Zufuhr über die Ernährung (häufig bei veganer Ernährung und Verzicht auf Milchprodukte)
- Chronischer Alkoholkonsum (verschlechtert die Aufnahme und erhöht die Ausscheidung)
- Malabsorptionsstörungen (Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen)
- Medikamente (bestimmte Antidepressiva, Malariamittel, Phenobarbital)
- Hypothyreose und Nebenniereninsuffizienz
- Erhöhter Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit
Mögliche Symptome
- Mundwinkelrhagaden (Einrisse in den Mundwinkeln)
- Glossitis (geschwollene, magentarote Zunge)
- Halsschmerzen und Schleimhautentzündung
- Seborrhoische-Dermatitis-ähnlicher Hautausschlag
- Augensymptome: Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss, Brennen, Juckreiz
- Normochrome normozytäre Anämie
- Müdigkeit und Schwäche
Was zu tun ist: Ein Riboflavinmangel wird mit Supplementen behandelt, typischerweise 5–30 mg täglich bis zum Abklingen der Symptome, danach 1–4 mg täglich als Erhaltungsdosis. Erhöhen Sie die Aufnahme riboflavinreicher Lebensmittel wie Milch, Joghurt, Eier, Mandeln und angereicherte Getreideprodukte. Da ein Riboflavinmangel selten isoliert auftritt, sollten auch andere B-Vitamine (B6, B12, Niacin, Folat) überprüft werden. Zugrunde liegende Ursachen wie Malabsorption oder Alkoholmissbrauch sollten behandelt werden.
Wann wird ein B2-Test empfohlen?
- Bei Mundwinkelrhagaden oder Glossitis ohne klare Ursache
- Bei Patientinnen und Patienten mit chronischem Alkoholkonsum oder Malabsorptionsstörungen
- Bei Abklärung mehrerer B-Vitamin-Mängel
- Während Schwangerschaft oder Stillzeit bei unzureichender Ernährung
- Wenn Homocystein trotz Folat- und B12-Supplementierung erhöht bleibt
- Bei langfristiger Einnahme riboflavinbeeinflussender Medikamente
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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