Testosteron
HormoneZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Testosteron?
Testosteron ist das wichtigste androgene (männliche Geschlechts-)Hormon, wird jedoch sowohl bei Männern als auch bei Frauen gebildet. Bei Männern produzieren die Hoden etwa 95 % des Testosterons, der Rest stammt aus den Nebennieren. Bei Frauen wird Testosteron in geringeren Mengen von den Eierstöcken und Nebennieren gebildet. Testosteron ist essenziell für die Entwicklung männlicher Fortpflanzungsorgane, Muskelmasse, Knochendichte, Körperbehaarung, das Tieferwerden der Stimme in der Pubertät und die Spermienproduktion. Außerdem spielt es bei beiden Geschlechtern eine wichtige Rolle für Stimmung, Energie, kognitive Funktionen und sexuelles Verlangen.
Der größte Teil des Testosterons im Blut ist an Proteine gebunden – etwa 60–70 % an das sexualhormonbindende Globulin (SHBG) und 30–40 % an Albumin. Nur 1–3 % zirkulieren als freies (ungebundenes) Testosteron, das biologisch aktiv ist. Gesamt-Testosteron misst alle Formen zusammen, freies Testosteron nur den ungebundenen Anteil. Testosteron folgt einem zirkadianen Rhythmus mit Spitzenwerten am frühen Morgen und nimmt bei Männern mit dem Alter allmählich ab – etwa um 1–2 % pro Jahr nach dem 30. Lebensjahr. Für die genauesten Ergebnisse sollte die Blutentnahme idealerweise zwischen 7 und 10 Uhr morgens erfolgen.
Warum der Wert wichtig ist
Testosteron ist für sexuelle Gesundheit, Knochenstärke, Muskelmasse, Stimmungsregulation und die Herz-Kreislauf-Gesundheit bei Männern und Frauen wichtig. Bei Männern betrifft ein niedriger Testosteronspiegel (Hypogonadismus) schätzungsweise 4–5 Millionen Amerikaner und ist mit verminderter Libido, erektiler Dysfunktion, reduzierter Muskelmasse, vermehrtem Körperfett, Osteoporose, Depression und metabolischem Syndrom verbunden. Bei Frauen führt ein Testosteronüberschuss – etwa beim polyzystischen Ovarialsyndrom – zu Akne, Hirsutismus, Menstruationsstörungen und Unfruchtbarkeit, während ein Mangel zu niedriger Libido und Müdigkeit beitragen kann. Eine genaue Testosteronmessung ist wesentlich für die Diagnose und Behandlung dieser Zustände.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene Männer (gesamt) | 270–1070 | ng/dL |
| Erwachsene Frauen (gesamt) | 15–70 | ng/dL |
| Erwachsene Männer (frei) | 5–21 | ng/dL |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe T-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bei Frauen
- Kongenitale adrenale Hyperplasie
- Androgenproduzierende Tumoren (Nebennieren oder Ovarien/Hoden)
- Exogene Testosteronzufuhr oder anabole Steroide
- Cushing-Syndrom
- Insulinresistenz und Adipositas (können bei Frauen anfangs Testosteron erhöhen)
Mögliche Symptome
- Akne und fettige Haut
- Vermehrter Gesichts- und Körperhaarwuchs (Hirsutismus) bei Frauen
- Haarausfall nach männlichem Muster
- Vertiefung der Stimme bei Frauen
- Menstruationsstörungen oder Ausbleiben der Periode bei Frauen
- Zunahme der Muskelmasse
- Aggressives Verhalten oder Stimmungsschwankungen
- Unfruchtbarkeit
Was zu tun ist: Ein hohes Testosteron bei Frauen sollte auf PCOS (die häufigste Ursache) untersucht werden – mit Beckenultraschall, LH/FSH-Verhältnis, Insulinspiegeln und DHEA-S. Besteht der Verdacht auf einen androgenproduzierenden Tumor (rasch fortschreitende Symptome, sehr hohe Testosteronwerte), sind ein Nebennieren-CT und ein Ovarialultraschall angezeigt. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: PCOS wird mit hormonellen Kontrazeptiva, Spironolacton gegen Hirsutismus und Lebensstilmaßnahmen behandelt. Bei Männern sollten unerwartet hohe Werte ohne Supplementierung an androgenproduzierende Tumoren denken lassen.
Was niedrige T-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Primärer Hypogonadismus (Hodenversagen durch Klinefelter-Syndrom, Orchitis, Trauma oder Chemotherapie)
- Sekundärer Hypogonadismus (Hypophysen- oder hypothalamische Dysfunktion)
- Altersbedingter Rückgang (Late-Onset-Hypogonadismus)
- Adipositas und metabolisches Syndrom
- Chronischer Opioidgebrauch
- Chronische Erkrankungen (HIV, Leberzirrhose, chronische Nierenerkrankung)
- Medikamente (Kortikosteroide, Ketoconazol, Spironolacton)
Mögliche Symptome
- Verminderte Libido und sexuelles Verlangen
- Erektile Dysfunktion bei Männern
- Müdigkeit und Energiemangel
- Verlust an Muskelmasse und Kraft
- Zunahme des Körperfetts, insbesondere am Bauch
- Abnahme der Knochendichte (Osteoporose)
- Depression und Reizbarkeit
- Konzentrationsstörungen und schlechtes Gedächtnis
- Abnahme der Körperbehaarung
Was zu tun ist: Ein niedriges Testosteron sollte mit einer zweiten Messung am frühen Morgen bestätigt werden. LH- und FSH-Werte unterscheiden einen primären (erhöhtes LH/FSH) von einem sekundären (niedriges oder normales LH/FSH) Hypogonadismus. Prolaktin und Eisenstatus sollten geprüft werden, um ein Hypophysenadenom und eine Hämochromatose auszuschließen. Bei Männern mit bestätigtem symptomatischem Hypogonadismus kann nach Abwägung von Risiken und Nutzen eine Testosteronersatztherapie (TRT) mit Injektionen, Gelen oder Pflastern erwogen werden. Lebensstilmaßnahmen wie Gewichtsreduktion, Bewegung und eine Optimierung des Schlafs können den Testosteronspiegel ebenfalls auf natürliche Weise verbessern.
Wann wird ein T-Test empfohlen?
- Bei Symptomen eines niedrigen Testosterons bei Männern (verminderte Libido, erektile Dysfunktion, Müdigkeit, Verlust an Muskelmasse)
- Bei der Abklärung von Zeichen eines Androgenüberschusses bei Frauen (Hirsutismus, Akne, unregelmäßige Menstruation, Unfruchtbarkeit)
- Zur Überwachung einer Testosteronersatztherapie
- Bei der Abklärung verzögerter oder vorzeitiger Pubertät bei Jugendlichen
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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