ABO/Rh

Blutgruppe (ABO & Rh)

Großes Blutbild

Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.

Was ist Blutgruppe (ABO & Rh)?

Die Blutgruppenbestimmung ermittelt die ABO-Blutgruppe (A, B, AB oder O) und den Rhesus-(D)-Status (positiv oder negativ). Das sind die beiden klinisch wichtigsten Erythrozytenantigensysteme. Das ABO-System wird durch das Vorhandensein oder Fehlen von A- und B-Antigenen auf der Oberfläche roter Blutkörperchen definiert: Blutgruppe A trägt A-Antigene, B trägt B-Antigene, AB beide und O keines von beiden. Menschen bilden von Natur aus Antikörper gegen die ABO-Antigene, die ihnen fehlen.

Das Rhesus-System ist das zweitwichtigste Blutgruppensystem, wobei das D-Antigen das stärkste Immunogen ist. Personen mit D-Antigen sind Rh-positiv, Personen ohne dieses Antigen Rh-negativ. Anders als im ABO-System entstehen Rh-Antikörper nicht spontan, sondern erst nach Kontakt mit Rh-positivem Blut, etwa durch Transfusion oder Schwangerschaft. Die Bestimmung von ABO und Rh ist essenziell für sichere Bluttransfusionen, Organtransplantationen und die Schwangerschaftsvorsorge.

Warum der Wert wichtig ist

Eine korrekte Blutgruppenbestimmung ist unmittelbar sicherheitsrelevant. Eine ABO-inkompatible Transfusion kann zu einer schweren akuten hämolytischen Reaktion mit intravasaler Hämolyse, disseminierter Gerinnung, Nierenversagen und Tod führen. Der Rhesusfaktor ist bei Frauen im gebärfähigen Alter besonders wichtig: Eine Rh-negative Mutter mit Rh-positivem Kind kann Anti-D-Antikörper bilden, die in Folgeschwangerschaften die kindlichen Erythrozyten zerstören. Die vorbeugende Anti-D-Gabe hat diese Komplikation stark reduziert.

Normale Referenzbereiche

GruppeBereichEinheit
Blutgruppe O~44% of population(most common)
Blutgruppe A~42% of population
Blutgruppe B~10% of population
Blutgruppe AB~4% of population(least common)
Rh-positiv~85% of population
Rh-negativ~15% of population

Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.

Was hohe ABO/Rh-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Nicht anwendbar – die Blutgruppe ist eine genetische Einteilung und kein hoher oder niedriger Messwert

Mögliche Symptome

  • Die Blutgruppe selbst verursacht keine Symptome

Was zu tun ist: Die Blutgruppe ist ein angeborenes Merkmal und weder hoch noch niedrig. Ihre klinische Bedeutung betrifft vor allem die Transfusionsverträglichkeit, die Organspende und das Management in der Schwangerschaft. Es ist sinnvoll, die eigene Blutgruppe zu kennen und im Notfall anzugeben.

Was niedrige ABO/Rh-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Nicht anwendbar – die Blutgruppe ist eine genetische Klassifikation

Mögliche Symptome

  • Die Blutgruppe selbst verursacht keine Symptome

Was zu tun ist: Siehe oben – die Blutgruppe wird nicht auf einer Skala gemessen. Wenn Sie Rh-negativ und schwanger sind, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt über eine Anti-D-Prophylaxe. Menschen mit O-negativ oder AB-positiv können als Blutspenderinnen oder Blutspender besonders wertvoll sein.

Wann wird ein ABO/Rh-Test empfohlen?

  • Vor jeder Bluttransfusion
  • In der Schwangerschaft beim ersten Vorsorgetermin
  • Vor Operationen mit möglichem Transfusionsbedarf
  • Für die Organ- und Gewebetransplantationsplanung
  • Beim Blutspendescreening
  • Zur Blutgruppenbestimmung des Neugeborenen bei Rh-negativer Mutter

Häufig gestellte Fragen

Für Erythrozytentransfusionen gilt O-negativ als Universalspender und AB-positiv als Universalempfänger. Idealerweise wird aber immer blutgruppengleich transfundiert. Bei Plasma ist die Verträglichkeit umgekehrt. Rh-negative Personen sollten nach Möglichkeit Rh-negatives Blut erhalten.
Wenn eine Rh-negative Mutter ein Rh-positives Kind trägt, können kindliche Erythrozyten in den mütterlichen Kreislauf gelangen und dort die Bildung von Anti-D-Antikörpern auslösen. In späteren Schwangerschaften können diese Antikörper die roten Blutkörperchen des Kindes zerstören. Die Anti-D-Prophylaxe verhindert diese Sensibilisierung.
Im Regelfall bleibt die Blutgruppe lebenslang unverändert. In sehr seltenen Fällen kann sie sich nach Knochenmark- oder Stammzelltransplantation scheinbar ändern, weil das blutbildende System des Spenders übernommen wird.

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Quellen- und Prüfungsansatz

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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche können zwischen Laboren variieren. Besprechen Sie die Interpretation Ihrer konkreten Testergebnisse immer mit Ihrer medizinischen Fachperson.

Hinweis: SymptomGPT ist kein medizinisches Diagnosetool und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich immer an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Wenn Sie einen medizinischen Notfall haben, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an.