DAT

Direkter Coombs-Test

Großes Blutbild

Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.

Was ist Direkter Coombs-Test?

Der direkte Coombs-Test, auch direkter Antiglobulintest (DAT) genannt, weist Antikörper oder Komplementproteine nach, die in vivo direkt an die Oberfläche roter Blutkörperchen gebunden sind. Dazu werden die Erythrozyten der Patientin oder des Patienten gewaschen, um ungebundene Proteine zu entfernen, und anschließend mit Anti-Humanglobulin (Coombs-Reagenz) versetzt. Befinden sich IgG-Antikörper oder das Komplementfragment C3d auf der Erythrozytenoberfläche, kommt es zur sichtbaren Agglutination.

Der DAT ist ein Grundpfeiler der Transfusionsmedizin und Hämatologie. Er ist der wichtigste Test zur Diagnose einer autoimmunhämolytischen Anämie, zur Abklärung von Transfusionsreaktionen, zur Untersuchung einer hämolytischen Erkrankung des Fetus und Neugeborenen sowie zum Nachweis medikamenteninduzierter Immunhämolyse.

Warum der Wert wichtig ist

Der direkte Coombs-Test ist entscheidend, um festzustellen, ob eine Hämolyse immunvermittelt ist. Ein positiver DAT bei Anämie und Zeichen der Hämolyse – etwa erhöhtes LDH, niedriges Haptoglobin, erhöhtes indirektes Bilirubin und Retikulozytose – stützt die Diagnose einer autoimmunhämolytischen Anämie. Nach einer Bluttransfusion kann ein neu positiver DAT auf eine akute oder verzögerte hämolytische Transfusionsreaktion hinweisen. Bei Neugeborenen mit Ikterus hilft der Test beim Nachweis einer hämolytischen Neugeborenenerkrankung.

Normale Referenzbereiche

GruppeBereichEinheit
Erwachsene und KinderNegative(no agglutination)

Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.

Was hohe DAT-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Warme autoimmune hämolytische Anämie (IgG-vermittelt)
  • Kälteagglutininerkrankung (komplementvermittelt)
  • Medikamenteninduzierte Immunhämolyse
  • Hämolytische Transfusionsreaktionen
  • Hämolytische Erkrankung des Fetus und Neugeborenen
  • Systemischer Lupus erythematodes
  • Chronische lymphatische Leukämie
  • Evans-Syndrom

Mögliche Symptome

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Ikterus
  • Dunkler Urin
  • Blässe
  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Splenomegalie

Was zu tun ist: Ein positiver DAT sollte zusammen mit Blutbild, Retikulozytenzahl, Haptoglobin, LDH und indirektem Bilirubin interpretiert werden. Ein monospezifischer DAT für IgG und C3d hilft, die Art der Immunhämolyse zu unterscheiden. Warme AIHA wird meist mit Kortikosteroiden behandelt, Kälteagglutininerkrankungen sprechen eher auf andere Strategien wie Rituximab an. Mögliche auslösende Medikamente sollten abgesetzt werden.

Was niedrige DAT-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Normalbefund – keine an Erythrozyten gebundenen Antikörper oder Komplementfaktoren
  • DAT-negative autoimmune hämolytische Anämie (selten)

Mögliche Symptome

  • Keine Symptome durch einen negativen DAT

Was zu tun ist: Ein negativer DAT ist das erwartete Normalergebnis. Besteht trotz negativem Test ein starker klinischer Verdacht auf Immunhämolyse, können empfindlichere Methoden wie Geltest, Durchflusszytometrie oder Eluatuntersuchungen sinnvoll sein.

Wann wird ein DAT-Test empfohlen?

  • Bei ungeklärter hämolytischer Anämie
  • Bei Verdacht auf eine Transfusionsreaktion
  • Bei Neugeborenenikterus oder Verdacht auf hämolytische Erkrankung des Neugeborenen
  • Bei Verdacht auf medikamenteninduzierte Hämolyse
  • Bei Zytopenien im Rahmen einer Autoimmunerkrankung

Häufig gestellte Fragen

Der direkte Coombs-Test weist Antikörper nach, die bereits an die roten Blutkörperchen des Patienten gebunden sind. Der indirekte Coombs-Test erkennt freie Antikörper im Serum, die mit fremden Erythrozytenantigenen reagieren könnten, etwa vor Transfusionen oder in der Schwangerschaft.
Ja. Ein positiver DAT ist nur dann klinisch relevant, wenn zusätzlich Hinweise auf eine tatsächliche Hämolyse vorliegen. Medikamente, Immunglobulingaben oder andere Faktoren können zu einem positiven DAT ohne relevante Zerstörung roter Blutkörperchen führen.
Nicht unbedingt. Die Stärke der Agglutination korreliert nicht immer mit dem Schweregrad der Hämolyse. Antikörpertyp, Komplementaktivierung und individuelle Faktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche können zwischen Laboren variieren. Besprechen Sie die Interpretation Ihrer konkreten Testergebnisse immer mit Ihrer medizinischen Fachperson.

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