Vitamin K
Vitamine & MineralstoffeZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Vitamin K?
Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel essenziell ist. Es kommt in zwei natürlichen Hauptformen vor: Vitamin K1 (Phyllochinon), das in grünem Blattgemüse und Pflanzenölen enthalten ist, und Vitamin K2 (Menachinon), das von Darmbakterien gebildet wird und in fermentierten Lebensmitteln, Fleisch und Milchprodukten vorkommt. Vitamin K wirkt als Cofaktor des Enzyms Gamma-Glutamyl-Carboxylase, das die Gerinnungsfaktoren II (Prothrombin), VII, IX und X sowie die gerinnungshemmenden Proteine C und S aktiviert.
Über die Gerinnung hinaus aktiviert Vitamin K Osteocalcin – ein Protein, das für die Calciumbindung im Knochengewebe essenziell ist – sowie das Matrix-Gla-Protein, das Kalziumablagerungen in Gefäßwänden verhindert. Diese doppelte Rolle in Gerinnung und Kalziumstoffwechsel hat großes Interesse an der möglichen Bedeutung von Vitamin K für Frakturschutz und kardiovaskuläre Kalzifikation geweckt. Die Blutspiegel werden als Phyllochinon (K1) im Plasma gemessen, in der klinischen Praxis wird die Funktion von Vitamin-K-abhängiger Gerinnung jedoch häufiger über die Prothrombinzeit (PT/INR) beurteilt.
Warum der Wert wichtig ist
Vitamin K ist unverzichtbar für eine normale Blutgerinnung. Ohne ausreichendes Vitamin K kann die Leber keine funktionstüchtigen Gerinnungsfaktoren herstellen, was zu übermäßigen und potenziell lebensbedrohlichen Blutungen führt. Neugeborene sind besonders gefährdet, weil sie mit geringen Vitamin-K-Speichern und begrenzter Darmflora zur Welt kommen – deshalb ist die Vitamin-K-Gabe bei Geburt weltweit Standard. Ein Vitamin-K-Mangel kann zudem die Knochenmineralisierung beeinträchtigen und das Frakturrisiko erhöhen. Bei Patientinnen und Patienten unter Warfarin (einem Vitamin-K-Antagonisten) muss die Vitamin-K-Zufuhr konstant bleiben, um eine stabile Antikoagulation zu gewährleisten.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene (K1, Phyllochinon) | 0.2–3.2 | ng/mL |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe Vit K-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Hohe Zufuhr von grünem Blattgemüse
- Vitamin-K-Supplementierung
- Im Allgemeinen nicht toxisch – keine festgelegte obere Grenze für natürliche Formen
Mögliche Symptome
- Keine bekannte Toxizität durch natürliches Vitamin K1 oder K2
- Synthetisches Vitamin K3 (Menadion) kann in hohen Dosen hämolytische Anämie und Gelbsucht verursachen (klinisch nicht verwendet)
Was zu tun ist: Hohe Vitamin-K-Spiegel aus Nahrung oder Nahrungsergänzung sind nicht mit schädlichen Wirkungen verbunden. Patientinnen und Patienten unter Warfarin oder anderen Vitamin-K-Antagonisten sollten ihre Vitamin-K-Zufuhr jedoch konstant halten, da plötzliche Anstiege die gerinnungshemmende Wirkung abschwächen und das Thromboserisiko erhöhen können. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Ihre Aufnahme von grünem Gemüse oder Nahrungsergänzungsmitteln unter Antikoagulation deutlich verändern.
Was niedrige Vit K-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Fettmalabsorption (Zöliakie, Mukoviszidose, Gallengangsverschluss)
- Längerfristige Antibiotikatherapie (reduziert Darmbakterien, die K2 produzieren)
- Lebererkrankung
- Unzureichende Aufnahme über die Ernährung
- Neugeborene (geringe Speicher bei Geburt)
- Warfarin oder andere Vitamin-K-Antagonisten
- Medikamente wie Cholestyramin oder Orlistat
Mögliche Symptome
- Leichte Blutergüsse
- Übermäßige Blutungen aus Wunden oder Operationsstellen
- Zahnfleischbluten oder Nasenbluten
- Blut im Urin oder Stuhl
- Starke Monatsblutungen
- Verlängerte Prothrombinzeit (PT/INR)
- Bei Neugeborenen: Vitamin-K-Mangelblutung (VKDB)
Was zu tun ist: Ein leichter Mangel wird mit oralem Vitamin K1 und einer Ernährungsverbesserung behandelt – erhöhen Sie die Zufuhr von Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Rosenkohl und grünen Erbsen. Schwere Blutungen erfordern intravenöses Vitamin K und gegebenenfalls Frischplasmen zur sofortigen Korrektur. Behandeln Sie zugrunde liegende Malabsorption oder Lebererkrankung. Neugeborene erhalten bei der Geburt prophylaktisch eine Vitamin-K-Injektion, um VKDB zu verhindern.
Wann wird ein Vit K-Test empfohlen?
- Wenn ungeklärte Blutergüsse oder Blutungen auftreten
- Bei Patientinnen und Patienten mit Fettmalabsorptionssyndromen
- Wenn eine Lebererkrankung vorliegt
- Bei Neugeborenen mit Blutungszeichen
- Zur Abklärung einer verlängerten Prothrombinzeit (PT/INR)
- Bei langfristiger Antibiotikatherapie
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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