Lipase
Magen-DarmZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Lipase?
Lipase ist ein Verdauungsenzym, das hauptsächlich von der Bauchspeicheldrüse (Pankreaslipase) produziert wird und Nahrungs-Triglyzeride in Fettsäuren und Glycerin spaltet, damit sie im Dünndarm aufgenommen werden können. Kleinere Mengen an Lipase werden auch im Magen (gastrische Lipase), auf der Zunge (linguale Lipase) und in anderen Geweben gebildet, klinisch am bedeutsamsten ist jedoch die pankreatische Form. Wenn die Bauchspeicheldrüse geschädigt oder entzündet ist, tritt Lipase aus den Azinuszellen in den Blutkreislauf aus und verursacht messbare Erhöhungen.
Serumlipase ist der bevorzugte Laborparameter zur Diagnose einer akuten Pankreatitis und hat Amylase in dieser Rolle weitgehend ersetzt, weil sie empfindlicher und spezifischer ist. Lipase steigt innerhalb von 4–8 Stunden nach Beginn einer Pankreasschädigung an, erreicht nach 24 Stunden ihren Höhepunkt und bleibt 8–14 Tage erhöht – deutlich länger als Amylase. Ein Wert, der das Dreifache oder mehr der oberen Normgrenze überschreitet, gilt im passenden klinischen Kontext als diagnostisch für eine akute Pankreatitis. Anders als Amylase wird Lipase nicht wesentlich von Speicheldrüsenerkrankungen beeinflusst und ist deshalb verlässlicher für die pankreasspezifische Beurteilung.
Warum der Wert wichtig ist
Lipase ist der Goldstandard-Bluttest zur Diagnose einer akuten Pankreatitis. Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann von mild und selbstlimitierend bis zu schwerer nekrotisierender Pankreatitis mit Organversagen reichen – eine frühe Erkennung über die Lipasemessung ermöglicht rasches Handeln. Anhaltend erhöhte Lipase kann auf chronische Pankreaserkrankung, Pankreasgangobstruktion oder ein Pankreasmalignom hinweisen. Da Lipase pankreasspezifischer ist als Amylase, reduziert sie falsch-positive Diagnosen durch nichtpankreatische Bauchkrankheiten.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene | 0–160 | U/L |
| Kinder | 0–140 | U/L |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe LPS-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Akute Pankreatitis (durch Gallensteine oder Alkohol ausgelöst)
- Chronische Pankreatitis mit akutem Schub
- Pankreasgangobstruktion oder Pankreaskarzinom
- Cholezystitis und biliäre Obstruktion
- Darmverschluss oder Darmperforation
- Nierenversagen (verminderte Clearance)
- Diabetische Ketoazidose
- Bestimmte Medikamente (Opioide, Thiazide, Valproinsäure)
Mögliche Symptome
- Starke epigastrische Schmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken
- Übelkeit und Erbrechen
- Druckschmerz und Aufblähung des Bauches
- Fieber
- Schneller Herzschlag
- Gelbsucht (wenn der Gallengang beteiligt ist)
- Fettige oder übelriechende Stühle (bei chronischer Erkrankung)
Was zu tun ist: Lipase von mehr als dem Dreifachen der oberen Normgrenze zusammen mit typischen Bauchschmerzen ist diagnostisch für eine akute Pankreatitis. Die Behandlung umfasst Nahrungskarenz, i.v.-Flüssigkeitstherapie, Schmerzbehandlung und die Ursachensuche (bei Gallensteinen ERCP oder Cholezystektomie; bei alkoholbedingter Ursache Beratung zur Abstinenz). Sinnvoll sind außerdem ein umfassendes Stoffwechselprofil, Blutbild, Triglyzeride und Bildgebung des Abdomens (CT mit Kontrastmittel, wenn die Diagnose unklar ist oder Komplikationen vermutet werden). Leicht erhöhte Lipase (1–3× normal) sollte auf Gallenwegserkrankung, Medikamenteneffekte oder Nierenfunktionsstörung hin abgeklärt werden.
Was niedrige LPS-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Chronische Pankreatitis mit Pankreasinsuffizienz
- Mukoviszidose (pankreatische Insuffizienz)
- Pankreasresektion
- Fortgeschrittenes Pankreaskarzinom mit Drüsenzerstörung
- Schwere Mangelernährung
Mögliche Symptome
- Steatorrhoe (fettige, schwimmende Stühle)
- Unbeabsichtigter Gewichtsverlust
- Blähungen und Flatulenz nach fettreichen Mahlzeiten
- Mangel an fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K)
- Muskelschwund
Was zu tun ist: Niedrige Lipase im Zusammenhang mit Malabsorption und Steatorrhoe spricht für eine exokrine Pankreasinsuffizienz. Diese sollte mit fäkaler Elastase bestätigt werden (Werte <200 µg/g sprechen für eine Insuffizienz, <100 µg/g für eine schwere Insuffizienz). Die Behandlung umfasst eine Pankreasenzym-Ersatztherapie (PERT) zu den Mahlzeiten, die Supplementierung fettlöslicher Vitamine und Ernährungsberatung. Bei jüngeren Patientinnen und Patienten sollte an Mukoviszidose gedacht werden, bei Personen mit Alkoholvorgeschichte eher an chronische Pankreatitis.
Wann wird ein LPS-Test empfohlen?
- Bei Verdacht auf akute Pankreatitis (starke Oberbauchschmerzen)
- Bei der Abklärung wiederkehrender Bauchschmerzepisoden
- Bei der Beurteilung einer chronischen Pankreasinsuffizienz
- Zur Überwachung bekannter Pankreaserkrankungen
- Wenn Bauchschmerzen nach starkem Alkoholkonsum oder bei Gallensteinerkrankung auftreten
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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