C-Peptid
StoffwechselpanelZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist C-Peptid?
C-Peptid (Connecting Peptide) ist ein Peptid aus 31 Aminosäuren, das in äquimolaren Mengen mit Insulin in den Blutkreislauf freigesetzt wird, wenn Proinsulin in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse verarbeitet wird. Wenn Proinsulin in sekretorischen Granula gespalten wird, entstehen ein Insulinmolekül und ein C-Peptid-Molekül. Im Gegensatz zu Insulin, das bei der ersten Passage durch die Leber in erheblichem Maß extrahiert wird (etwa 50 %), wird C-Peptid hauptsächlich mit konstanter Rate über die Nieren abgebaut. Dadurch hat es eine längere Halbwertszeit (etwa 30 Minuten gegenüber 5 Minuten bei Insulin) und stabilere Blutspiegel. Das macht C-Peptid zu einem verlässlicheren Maß für die körpereigene Insulinproduktion als Insulin selbst.
Die C-Peptid-Messung ist klinisch essenziell zur Klassifikation des Diabetestyps, zur Überwachung der Restfunktion der Beta-Zellen, zur Abklärung von Hypoglykämien und zur Unterscheidung zwischen körpereigenen und zugeführten Insulinquellen. Beim Typ-1-Diabetes sind die C-Peptid-Spiegel sehr niedrig oder nicht nachweisbar, weil die Autoimmunzerstörung die Beta-Zellen eliminiert. Beim Typ-2-Diabetes sind die Werte typischerweise normal oder erhöht, weil Insulinresistenz die Produktion antreibt. Bei Hypoglykämien hilft C-Peptid, ein Insulinom (hohes C-Peptid) von heimlicher Insulininjektion (niedriges C-Peptid bei hohem Insulin) zu unterscheiden.
Warum der Wert wichtig ist
C-Peptid ist der entscheidende Test, um zu messen, wie viel Insulin Ihre Bauchspeicheldrüse noch produziert. Er ist zentral für die Unterscheidung zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes – eine Unterscheidung, die darüber entscheidet, ob Insulin zwingend erforderlich ist oder orale Medikamente wirksam sein können. Bei Patientinnen und Patienten mit unklarem Diabetes-Typ (vor allem bei Erwachsenen mit latentem Autoimmundiabetes, LADA) hilft C-Peptid bei Therapieentscheidungen. Außerdem ist es der Schlüsselfaktor in der Hypoglykämie-Diagnostik: Ein hohes C-Peptid bei niedrigem Blutzucker spricht für einen insulinproduzierenden Tumor oder einen Medikamenteneffekt, während unterdrücktes C-Peptid eher für exogenes Insulin als Ursache spricht.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Nüchterne Erwachsene | 0.8–3.1 | ng/mL |
| Nach Glukosestimulation | 5–12 | ng/mL |
| Typ-1-Diabetes (typisch) | <0.2 | ng/mL |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe C-Pep-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Typ-2-Diabetes (Insulinresistenz mit Überproduktion)
- Insulinom (insulinproduzierender Pankreastumor)
- Sulfonylharnstoff-Einnahme (stimuliert die Insulinsekretion)
- Nierenversagen (verminderte C-Peptid-Clearance)
- Adipositas und metabolisches Syndrom
- Cushing-Syndrom
- Hyperplasie der pankreatischen Beta-Zellen
Mögliche Symptome
- Hypoglykämie-Episoden (bei Insulinom oder Sulfonylharnstoff-Effekt)
- Schwitzen, Zittern, Verwirrtheit, Bewusstseinsverlust (Neuroglykopenie)
- Gewichtszunahme
- Symptome der zugrunde liegenden Insulinresistenz (Acanthosis nigricans)
- Bei Typ-2-Diabetes oft symptomlos trotz erhöhter Werte
Was zu tun ist: Erhöhtes C-Peptid bei Typ-2-Diabetes bestätigt Insulinresistenz und eine erhaltene Beta-Zell-Funktion – die Behandlung konzentriert sich auf Lebensstiländerungen, Metformin und Insulinsensitizer. Wird erhöhtes C-Peptid zusammen mit Hypoglykämie gefunden, sollte auf ein Insulinom (72-Stunden-Fastentest unter Aufsicht, CT/MRT des Pankreas, endoskopischer Ultraschall) oder Sulfonylharnstoff-Einnahme (Sulfonylharnstoff-Screening) untersucht werden. Bei Nierenerkrankung kann erhöhtes C-Peptid eher eine verminderte Clearance als eine gesteigerte Produktion widerspiegeln – die Interpretation sollte im Kontext der eGFR erfolgen.
Was niedrige C-Pep-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Typ-1-Diabetes (autoimmune Zerstörung der Beta-Zellen)
- Latenter Autoimmundiabetes im Erwachsenenalter (LADA)
- Fortgeschrittener Typ-2-Diabetes (Beta-Zell-Erschöpfung)
- Pankreatektomie (operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse)
- Chronische Pankreatitis mit Zerstörung der Beta-Zellen
- Exogene Insulingabe (unterdrückt die körpereigene Produktion)
Mögliche Symptome
- Hyperglykämie und Polyurie
- Polydipsie (starker Durst)
- Unerklärter Gewichtsverlust
- Diabetische Ketoazidose (bei Typ 1)
- Stark schwankende Blutzuckerwerte
- Bedarf an Insulintherapie
Was zu tun ist: Niedriges C-Peptid bei einer Person mit Diabetes bestätigt einen Insulinmangel und die Notwendigkeit einer Insulintherapie. Bei Verdacht auf Typ-1-Diabetes sollten Diabetes-Autoantikörper (GAD65, IA-2, ZnT8, Insulin-Autoantikörper) zur Bestätigung bestimmt werden. Bei zunächst als Typ-2-Diabetes eingestuften Patientinnen und Patienten mit fallendem C-Peptid sollte auf LADA mit Autoantikörpern gescreent werden – diese Personen benötigen oft früher Insulin. Ein C-Peptid <0,2 ng/mL weist auf einen nahezu vollständigen Verlust der Beta-Zellen hin. Serielle C-Peptid-Messungen können den allmählichen Rückgang der Beta-Zell-Funktion im Verlauf dokumentieren und die Therapieanpassung unterstützen.
Wann wird ein C-Pep-Test empfohlen?
- Zur Klassifikation des Diabetestyps (Typ 1 vs. Typ 2 vs. LADA)
- Bei der Abklärung einer Hypoglykämie unklarer Ursache
- Zur Überwachung der Beta-Zell-Funktion bei Diabetes
- Wenn ein Insulinom vermutet wird
- Zur Unterscheidung zwischen körpereigenem und exogenem Insulin
- Nach Pankreasoperationen zur Beurteilung der Restfunktion
Häufig gestellte Fragen
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