RBC/UA

Blut im Urin

Urinanalyse

Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.

Was ist Blut im Urin?

Blut im Urin, medizinisch Hämaturie genannt, bedeutet das Vorhandensein roter Blutkörperchen im Urin. Es kann mit bloßem Auge sichtbar sein und den Urin rosa, rot oder cola-farben erscheinen lassen (Makrohämaturie) oder nur mikroskopisch beziehungsweise chemisch nachweisbar sein (Mikrohämaturie). Hämaturie ist einer der häufigsten auffälligen Befunde in der Urinanalytik und kann aus jedem Abschnitt der Harnwege stammen – aus Nieren, Harnleitern, Blase, Prostata oder Harnröhre.

Der Nachweis erfolgt entweder durch die mikroskopische Untersuchung des Urinsediments, bei der Erythrozyten pro Gesichtsfeld gezählt werden, oder durch einen Teststreifen, der die Peroxidaseaktivität von Hämoglobin erfasst. Teststreifen sind sehr empfindlich, können aber durch Myoglobin, manche Medikamente oder stark konzentrierten Urin falsch positiv werden. Die Ursachen reichen von harmlosen Auslösern wie intensiver körperlicher Belastung bis zu ernsthaften Erkrankungen wie Nierenerkrankungen, Harnwegstumoren oder Gerinnungsstörungen.

Warum der Wert wichtig ist

Blut im Urin sollte nie ignoriert werden, weil es ein frühes Zeichen ernster Erkrankungen wie Blasenkrebs, Nierenkrebs, Nierenerkrankungen oder Nierensteine sein kann. Auch eine zufällig entdeckte Mikrohämaturie muss systematisch abgeklärt werden, da etwa 3–5 % der Betroffenen mit asymptomatischer Mikrohämaturie eine urologische Malignität haben. Hämaturie ist zudem ein wichtiger Hinweis auf glomeruläre Erkrankungen, die unbehandelt in eine chronische Niereninsuffizienz fortschreiten können.

Normale Referenzbereiche

GruppeBereichEinheit
Mikroskopische Untersuchung0–2RBC/HPF
TeststreifenNegative

Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.

Was hohe RBC/UA-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Harnwegsinfektion
  • Nierensteine
  • Blasen- oder Nierenkrebs
  • Glomerulonephritis
  • Vergrößerte Prostata (BPH)
  • Starke körperliche Belastung (Läuferhämaturie)
  • Blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien)
  • Trauma der Nieren oder Harnwege

Mögliche Symptome

  • Rosa, roter oder cola-farbener Urin
  • Schmerzhaftes Wasserlassen (bei Infektion oder Steinen)
  • Flanken- oder Rückenschmerzen (bei Nierensteinen oder Infektion)
  • Häufiges Wasserlassen oder Harndrang
  • Blutgerinnsel im Urin
  • Bei Mikrohämaturie oft symptomlos

Was zu tun ist: Jede bestätigte Hämaturie sollte abgeklärt werden. Je nach Situation folgen Urinkultur, Nierenfunktionswerte, Bildgebung wie Ultraschall oder CT-Urogramm und gegebenenfalls eine Zystoskopie zur direkten Beurteilung der Blasenschleimhaut. Auch unter Antikoagulation muss Hämaturie untersucht werden, da Blutverdünner oft eine zugrunde liegende Erkrankung sichtbar machen. Eine rasche Abklärung ist besonders wichtig bei sichtbarem Blut, Koageln oder begleitenden Schmerzen.

Was niedrige RBC/UA-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Normalbefund – gesunder Urin sollte keine relevanten roten Blutkörperchen enthalten
  • Abgeheilte Infektion oder behandelter Nierenstein

Mögliche Symptome

  • Keine Symptome – das Fehlen von Blut im Urin ist normal

Was zu tun ist: Ein negativer Befund für Blut im Urin ist normal. Nach einer früheren Episode von Hämaturie kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Kontrolluntersuchungen empfehlen, um sicherzustellen, dass die Ursache vollständig abgeklärt oder behandelt wurde.

Wann wird ein RBC/UA-Test empfohlen?

  • Wenn der Urin rosa, rot oder braun erscheint
  • Als Teil einer routinemäßigen Urinuntersuchung
  • Bei Flankenschmerzen oder schmerzhaftem Wasserlassen
  • Bei Patientinnen und Patienten unter Antikoagulation
  • Zum Screening bei Personen über 50 Jahren mit Risikofaktoren für Blasenkrebs
  • Zur Abklärung einer ungeklärten Anämie

Häufig gestellte Fragen

Ja. Intensive Belastung – insbesondere Langstreckenlauf, Radfahren oder Kontaktsport – kann vorübergehend eine Hämaturie auslösen. Diese sogenannte Läuferhämaturie verschwindet meist innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach Ruhe. Bleibt das Blut bestehen oder tritt es wiederholt auf, sollte es ärztlich abgeklärt werden.
Rote Bete, Brombeeren oder Rhabarber können den Urin rötlich verfärben. Auch Medikamente wie Rifampicin, Phenazopyridin oder einige Sennahaltige Abführmittel kommen infrage. Man spricht dann von Pseudohämaturie, weil kein echtes Blut vorliegt. Teststreifen oder Mikroskopie helfen bei der Unterscheidung.
Nicht immer, aber sie sollte immer ernst genommen und abgeklärt werden. Häufige harmlose Ursachen sind leichte Harnwegsinfektionen, Menstruationskontamination, starke körperliche Aktivität oder eine benigne Prostatavergrößerung. Da jedoch ein kleiner, aber wichtiger Anteil der Betroffenen eine Tumor- oder Nierenerkrankung hat, empfehlen Leitlinien bei anhaltender Mikrohämaturie eine strukturierte Diagnostik.

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Quellen- und Prüfungsansatz

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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche können zwischen Laboren variieren. Besprechen Sie die Interpretation Ihrer konkreten Testergebnisse immer mit Ihrer medizinischen Fachperson.

Hinweis: SymptomGPT ist kein medizinisches Diagnosetool und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich immer an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Wenn Sie einen medizinischen Notfall haben, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an.