Anti-dsDNA-Antikörper
Immunsystem & EntzündungZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Anti-dsDNA-Antikörper?
Anti-dsDNA-Antikörper sind Autoantikörper gegen doppelsträngige native DNA. Sie zählen zu den charakteristischen serologischen Markern des systemischen Lupus erythematodes (SLE) und sind sowohl in den neueren EULAR/ACR- als auch in älteren ACR-Klassifikationskriterien für SLE enthalten. Meist gehören sie zur IgG-Klasse und tragen wahrscheinlich direkt zur Krankheitsentstehung bei, insbesondere zur Lupusnephritis, indem sie Immunkomplexe bilden, die sich in den Glomeruli ablagern.
Zum Nachweis werden verschiedene Laborverfahren eingesetzt, die sich in Sensitivität und Spezifität unterscheiden. Der Farr-Test und der Crithidia-luciliae-Immunfluoreszenztest gelten als besonders spezifisch für SLE, während ELISA-Verfahren empfindlicher, aber weniger spezifisch sind. Verlaufskontrollen der Anti-dsDNA-Titer dienen dazu, die Krankheitsaktivität zu überwachen, da die Werte bei Schüben – vor allem bei renalen Schüben – häufig ansteigen.
Warum der Wert wichtig ist
Anti-dsDNA-Antikörper sind hochspezifisch für SLE und gehören zu den nützlichsten diagnostischen Markern. Sie werden bei etwa 60–70 % der Betroffenen im Verlauf nachgewiesen. Steigende Titer gehen oft einem klinischen Schub, besonders einer Lupusnephritis, voraus und können eine frühere Therapieanpassung ermöglichen. Hohe Titer sind außerdem mit schwererer Organbeteiligung assoziiert.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene (ELISA) | <30 | IU/mL |
| Erwachsene (CLIFT) | Negative | |
| Erwachsene (Farr-Test) | <7 | IU/mL |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe Anti-dsDNA-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Systemischer Lupus erythematodes
- Lupusnephritis
- Medikamenteninduzierter Lupus (selten Anti-dsDNA-positiv)
- Mischkollagenose
- Autoimmune Hepatitis
Mögliche Symptome
- Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen
- Schmetterlingserythem
- Müdigkeit
- Fieber
- Photosensitivität
- Mundulzera
- Schaumiger Urin oder Ödeme bei Lupusnephritis
- Pleuritis oder Perikarditis
Was zu tun ist: Erhöhte Anti-dsDNA-Antikörper bei passender Klinik stützen die Diagnose eines SLE stark. Ergänzend sollten Komplementfaktoren C3 und C4 bestimmt werden; niedriges Komplement zusammen mit hohem Anti-dsDNA spricht für aktive Erkrankung. Urinstatus und Protein-Kreatinin-Quotient helfen bei der Beurteilung einer Nierenbeteiligung. Bei Verdacht auf Lupusnephritis kann eine Nierenbiopsie nötig sein.
Was niedrige Anti-dsDNA-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Normalbefund – keine Autoantikörper nachweisbar
- SLE in Remission
- Wirksame immunsuppressive Therapie
Mögliche Symptome
- Keine Symptome durch negative Anti-dsDNA-Antikörper
Was zu tun ist: Negative Anti-dsDNA-Antikörper schließen einen SLE nicht sicher aus. Ein relevanter Teil der Patientinnen und Patienten bleibt Anti-dsDNA-negativ, insbesondere bei milderer oder eher kutaner und muskuloskelettaler Beteiligung. Bei weiter bestehendem Verdacht sollten andere lupusassoziierte Antikörper bestimmt werden.
Wann wird ein Anti-dsDNA-Test empfohlen?
- Bei Verdacht auf systemischen Lupus erythematodes, besonders bei positivem ANA
- Zur Überwachung der Krankheitsaktivität beim SLE und zur Schubvorhersage
- Bei Verdacht auf Lupusnephritis
- Zur Verlaufskontrolle unter immunsuppressiver Therapie
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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