Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin
UrinanalyseZuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.
Was ist Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin?
Der Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin (UACR) ist eine einfache standardisierte Methode, um die Albuminausscheidung in einer Spontanurinprobe zu quantifizieren, ohne eine 24-Stunden-Sammelurinuntersuchung zu benötigen. Albumin ist ein großes Protein, das normalerweise von der glomerulären Filtrationsbarriere zurückgehalten wird. Bei Nierenschäden wird diese Barriere durchlässiger, sodass Albumin in den Urin gelangt. Durch die Division der Albuminkonzentration durch die Kreatininkonzentration im Urin korrigiert der UACR Unterschiede in der Urinverdünnung und ermöglicht eine zuverlässige Abschätzung der täglichen Albuminausscheidung.
Der UACR ist der empfohlene Test zum Nachweis und zur Überwachung einer Albuminurie, die ein Kennzeichen der diabetischen Nierenerkrankung und ein wichtiger Marker in der Stadieneinteilung chronischer Nierenerkrankungen ist. Nach KDIGO werden drei Kategorien unterschieden: normal bis leicht erhöht (<30 mg/g), moderat erhöht (30–300 mg/g) und schwer erhöht (>300 mg/g). Ein erhöhter UACR ist zudem ein unabhängiger Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz.
Warum der Wert wichtig ist
Der UACR ist einer der frühesten messbaren Marker einer Nierenschädigung und steigt oft Jahre vor einem Abfall der eGFR an. Bei Diabetes ist eine persistierende mäßig erhöhte Albuminurie häufig das erste klinische Zeichen einer diabetischen Nephropathie und identifiziert Personen, die besonders von einer intensivierten Therapie mit RAAS-Blockade, SGLT2-Hemmern und guter Blutzuckerkontrolle profitieren. Gleichzeitig ist der UACR ein starker Marker für das kardiovaskuläre Risiko.
Normale Referenzbereiche
| Gruppe | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Normal | <30 | mg/g |
| Mäßig erhöht (Mikroalbuminurie) | 30–300 | mg/g |
| Stark erhöht (Makroalbuminurie) | >300 | mg/g |
Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.
Was hohe UACR-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Diabetische Nephropathie
- Hypertensive Nephrosklerose
- Glomerulonephritis
- Lupusnephritis
- Präeklampsie
- Herzinsuffizienz
- Harnwegsinfektion (vorübergehende Erhöhung)
- Intensive körperliche Belastung oder Fieber
- Adipositas
Mögliche Symptome
- In frühen Stadien meist symptomlos
- Schaumiger Urin bei ausgeprägter Proteinurie
- Schwellungen an Füßen, Knöcheln oder um die Augen
- Müdigkeit
- Erhöhter Blutdruck
Was zu tun ist: Ein erhöhter UACR sollte bestätigt werden, idealerweise mit mindestens zwei von drei positiven Proben innerhalb von 3 bis 6 Monaten, da Bewegung, Fieber oder Harnwegsinfekte vorübergehende Erhöhungen verursachen können. Bei persistierender Albuminurie sollten Blutzucker, HbA1c, Blutdruck, Serumkreatinin, eGFR, Serumalbumin und der Urinbefund überprüft werden. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und umfasst nierenschützende Maßnahmen wie ACE-Hemmer oder ARB, SGLT2-Hemmer und eine optimierte Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle.
Was niedrige UACR-Werte bedeuten
Häufige Ursachen
- Normale Nierenfunktion
- Wirksame Therapie mit Rückgang der Albuminurie
Mögliche Symptome
- Keine Symptome durch einen niedrigen UACR
Was zu tun ist: Ein UACR unter 30 mg/g ist normal und spricht für eine intakte glomeruläre Filtrationsbarriere. Bei vorhandenen Risikofaktoren wie Diabetes oder Hypertonie sollten regelmäßige Kontrollen fortgesetzt werden. Ein Rückgang des UACR unter Therapie ist mit besseren renalen und kardiovaskulären Ergebnissen verbunden.
Wann wird ein UACR-Test empfohlen?
- Jährliches Screening bei allen Patientinnen und Patienten mit Diabetes
- Jährliches Screening bei Hypertonie
- Zur Abklärung und Stadieneinteilung einer chronischen Nierenerkrankung
- Zur Verlaufskontrolle unter nierenschützender Therapie
- Zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos
- Bei Verdacht auf Präeklampsie in der Schwangerschaft
Häufig gestellte Fragen
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Quellen- und Prüfungsansatz
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