uAlb

Albumin im Urin

Urinanalyse

Zuletzt geprüft: 7. April 2026. Quellenansatz: Standardkontext zur Laborinterpretation, allgemeine medizinische Referenzmaterialien sowie öffentliche Gesundheits- oder klinische Leitlinien, sofern relevant.

Was ist Albumin im Urin?

Albumin ist das häufigste Eiweiß im Blut. Es wird in der Leber gebildet und hilft, den Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten sowie Hormone, Vitamine und Medikamente im Körper zu transportieren. Gesunde Nieren filtern Abfallstoffe aus dem Blut, halten aber wichtige Proteine wie Albumin im Kreislauf zurück. Wenn kleine Mengen Albumin in den Urin gelangen – ein Zustand, der als Mikroalbuminurie bezeichnet wird –, ist das oft eines der frühesten messbaren Zeichen dafür, dass die glomerulären Filtereinheiten der Niere geschädigt sind.

Ein Test auf Albumin im Urin misst die Menge dieses Proteins in einer Urinprobe, meist entweder als Konzentration in Milligramm pro Liter oder als Albumin-Kreatinin-Quotient (ACR), um die Verdünnung des Urins zu berücksichtigen. Der Test ist ein zentraler Bestandteil der Vorsorge bei Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck und anderen Erkrankungen mit erhöhtem Nierenrisiko. Eine frühe Erkennung ermöglicht Maßnahmen, die das Fortschreiten zu chronischer Nierenerkrankung und Nierenversagen verlangsamen oder verhindern können.

Warum der Wert wichtig ist

Albumin im Urin gehört zu den frühesten Warnzeichen einer Nierenschädigung und tritt oft Jahre auf, bevor die Nierenfunktion messbar abfällt. Bei Menschen mit Diabetes erhöht eine anhaltende Mikroalbuminurie das Risiko für eine diabetische Nephropathie und eine terminale Niereninsuffizienz deutlich. Albuminurie ist außerdem ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Herzinsuffizienz. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung – vor allem durch Blutdruckkontrolle, gute Blutzuckereinstellung und Medikamente wie ACE-Hemmer oder ARB – kann das Fortschreiten der Nierenschädigung erheblich bremsen.

Normale Referenzbereiche

GruppeBereichEinheit
Normal<30mg/g creatinine (ACR)
Mikroalbuminurie30–300mg/g creatinine (ACR)
Makroalbuminurie>300mg/g creatinine (ACR)

Referenzbereiche können je nach Labor variieren. Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse immer mit den Bereichen Ihres Testlabors.

Was hohe uAlb-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Diabetische Nephropathie
  • Bluthochdruckbedingte Nierenschädigung
  • Glomerulonephritis
  • Lupusnephritis
  • Präeklampsie in der Schwangerschaft
  • Herzinsuffizienz
  • Harnwegsinfektion (vorübergehende Erhöhung)

Mögliche Symptome

  • Schaumiger oder stark schäumender Urin
  • Schwellungen an Händen, Füßen oder im Gesicht (Ödeme)
  • Müdigkeit
  • Verminderte Urinmenge
  • Bluthochdruck
  • In frühen Stadien oft symptomlos

Was zu tun ist: Wird Albumin im Urin nachgewiesen, wird der Test in der Regel wiederholt, um das Ergebnis zu bestätigen, da starke körperliche Belastung, Fieber oder eine Harnwegsinfektion die Werte vorübergehend erhöhen können. Eine anhaltende Albuminurie erfordert eine Optimierung von Blutdruck und Blutzucker sowie gegebenenfalls den Beginn einer nierenschützenden Therapie mit ACE-Hemmern oder ARB. Regelmäßige Kontrollen alle 3 bis 6 Monate sind empfehlenswert.

Was niedrige uAlb-Werte bedeuten

Häufige Ursachen

  • Normalbefund – gesunde Nieren scheiden nur sehr wenig Albumin aus
  • Gut eingestellter Diabetes und Blutdruck
  • Wirksame Behandlung mit nierenschützenden Medikamenten

Mögliche Symptome

  • Keine Symptome – wenig oder nicht nachweisbares Albumin im Urin ist das erwartete gesunde Ergebnis

Was zu tun ist: Niedrige oder fehlende Albuminwerte im Urin sind ein normaler und günstiger Befund. Bei Risikofaktoren wie Diabetes oder Hypertonie sollten regelmäßige Kontrollen fortgeführt werden. Ein gesunder Lebensstil mit guter Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle hilft, die Nierenfunktion langfristig zu erhalten.

Wann wird ein uAlb-Test empfohlen?

  • Jährlich bei Typ-1- oder Typ-2-Diabetes
  • Jährlich bei Bluthochdruck
  • Bei familiärer Vorbelastung mit Nierenerkrankungen
  • Wenn schaumiger Urin oder ungeklärte Schwellungen auftreten
  • In der Schwangerschaft zum Screening auf Präeklampsie
  • Zur Verlaufskontrolle einer bekannten chronischen Nierenerkrankung

Häufig gestellte Fragen

Mikroalbuminurie bezeichnet eine mäßig erhöhte Albuminausscheidung im Urin (30–300 mg/g Kreatinin) und weist auf eine frühe, oft noch behandelbare Nierenschädigung hin. Makroalbuminurie (>300 mg/g Kreatinin) spricht für eine weiter fortgeschrittene Schädigung und ein höheres Risiko für ein Fortschreiten der Nierenerkrankung. Beide Begriffe beschreiben ein Kontinuum von Nierenverletzung.
Ja. Intensive körperliche Belastung innerhalb von 24 Stunden vor der Untersuchung kann Albumin im Urin vorübergehend erhöhen. Diese belastungsbedingte Proteinurie ist meist harmlos und bildet sich von selbst zurück. Für möglichst genaue Ergebnisse sollte anstrengender Sport am Vortag vermieden werden.
Der Albumintest misst gezielt Albumin, das klinisch wichtigste Protein zum Nachweis früher glomerulärer Nierenschäden. Ein Gesamteiweißtest erfasst alle Proteine im Urin, also neben Albumin auch Immunglobuline und tubuläre Proteine. Für das Screening auf diabetische oder hypertensive Nierenschäden ist der albuminspezifische Test empfindlicher.

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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche können zwischen Laboren variieren. Besprechen Sie die Interpretation Ihrer konkreten Testergebnisse immer mit Ihrer medizinischen Fachperson.

Hinweis: SymptomGPT ist kein medizinisches Diagnosetool und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich immer an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Wenn Sie einen medizinischen Notfall haben, rufen Sie sofort Ihre örtliche Notrufnummer an.